Mit der abebbenden Welle von Firmenbilanzen geben die Spekulationen um die US-Geldpolitik wieder den Takt der Börsen vor. Investoren dürften die in der neuen Woche anstehenden US-Daten akribisch auf neue Hinweise zum Zeitpunkt der lang erwarteten US-Zinswende untersuchen. Börsianer rechnen angesichts der Unsicherheit über das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed vorerst nicht mit grösseren Kursprüngen im Dax. Auch die Angst vor einem Schwächeanfall der chinesischen Wirtschaft sollte die Kauflaune der Anleger bremsen, sagte ein Händler.

In der abgelaufenen Woche drängten die Investoren ihre Sorgen aber erst einmal in den Hintergrund. Der Dax schaffte ein Plus von 1,6 Prozent auf 11.490 Zähler. Gestützt wurde der deutsche Aktienmarkt von guten Firmenbilanzen und dem zuletzt schwächeren Euro, der die heimische Exportindustrie ankurbelt. Spekulationen auf eine baldige US-Zinswende hatten die Gemeinschaftswährung zeitweise wieder deutlich unter 1,09 Dollar gedrückt. An der Wall Street ging es für den Dow-Jones-Index auf Wochensicht knapp zwei Prozent bergab.

Konjunkturdaten im Blick

Wie es um die US-Wirtschaft bestellt ist, dürften die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag zeigen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft. Am Freitag folgen dann die Daten zur Industrieproduktion wie auch das von der Universität Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Verbraucher.

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Am selben Tag stehen die Inflationsdaten aus der Euro-Zone auf dem Terminplan. Eine anhaltend geringe Teuerung könnte den Spekulationen auf eine Ausweitung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) - im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt - neue Nahrung geben. In Deutschland liefert am Dienstag der ZEW-Index Hinweise auf die Stimmung der Börsenprofis.

Industrieproduktion aus China

Gespannt warten die Anleger zudem auf die Daten zur Industrieproduktion aus China, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Analysten rechnen im Juli mit einem leichten Rückgang. Angesichts der immer schwächeren Konjunkturdaten dürfte die Regierung ihre Bemühungen zur Stabilisierung der Wirtschaft noch verstärken, prognostiziert Commerzbank-Experte Ralph Solveen.

(reuters/me)