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Börsenfusion: Frankfurt und London machen vorwärts

Frankfurter Börsenparkett: Fusion mit London gestaltet sich schwierig. Keystone

Die Deutsche Börse und der London Stock Exchange wollen rechtliche Bedenken der EU-Kommission mit dem Verkauf eines Clearinghauses zerstreuen. Doch die Kritik an der geplanten Fusion reicht tiefer.

Veröffentlicht am 07.02.2017

Um eine Genehmigung Brüssels für ihre geplante Fusion zu erhalten, kommen die Deutsche Börse und die Londoner Börse den EU-Wettbewerbshütern entgegen. Wie die Deutsche Börse in der Nacht mitteilte, wollen sie Brüssel als sogenannte Abhilfemassnahme förmlich den Verkauf des Clearinghauses LCH Clearnet vorschlagen.

Damit solle wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission begegnet werden. LCH Clearnet ist eine Filiale der London Stock Exchange (LSE). Clearinghäuser sichern Derivategeschäfte ab, wenn entweder Käufer oder Verkäufer ausfallen. Sie spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Finanzsystem.

Sitz ausserhalb der EU

Es ist bereits das dritte Mal nach 2000 und 2005, dass die Deutsche Börse versucht, LSE zu übernehmen. Der Betreiber des Handelsplatzes in Frankfurt am Main hatte das Vorhaben im vergangenen März angekündigt. Die Pläne gerieten allerdings durch das Votum der Briten im Juni für einen Austritt aus der Europäischen Union ins Straucheln. Kritik gibt es vor allem daran, dass die neue Holding-Gesellschaft ihren Hauptsitz in London haben soll - künftig also voraussichtlich ausserhalb der EU.

Die Londoner Börse betreibt auch die in Mailand; durch den Zusammenschluss würde ein Schwergewicht auf dem europäischen Börsenmarkt entstehen. Die EU-Kommission eröffnete daher Ende September ein eingehendes Prüfverfahren. Voraussichtlich bis zum 13. März will sie über den Zusammenschluss entscheiden.

(sda/gku/chb)

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