Der Schweizer Apothekenmarkt ist in Bewegung. Nach dem Börsengang des Apothekenbetreibers Galenica Santé Anfang April will sich nun auch die Apothekengruppe Zur Rose noch in diesem Jahr einem breiteren Publikum öffnen.

Mit dem Börsengang sollen Mittel von mindestens 200 Millionen Franken generiert werden, wie Zur Rose am Donnerstag mitteilte. Grünes Licht für den Börsengang müssen aber zunächst die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 19. Juni geben. Sie werden über eine für die Kotierung notwendige Revision der Statuten und die Schaffung eines genehmigten Kapitals befinden.

Bevorstehende Übernahme

Mit den Geldern aus dem Börsengang will das Unternehmen unter anderem die im Dezember 2017 fällig werdenden Unternehmensanleihen im Umfang von 50 Millionen Franken refinanzieren. Zur Rose will aber vor allem weiter wachsen und seine Marktführerschaft in Deutschland ausbauen. Die Versandapotheke ist in Deutschland unter der Marke «DocMorris» aktiv.

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Ein Thema seien auch Akquisitionen, schreibt Zur Rose. Aktuell führt der Versandhändler in Deutschland Übernahmegespräche mit dem Eigentümer einer auf rezeptfreie Medikamente fokussierten Versandapotheke. Eine Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Der Zukauf würde laut Mitteilung den Umsatz im Segment Deutschland um über 10 Prozent erhöhen. Die Vertragsunterzeichnung dürfte im dritten Quartal 2017 erfolgen.

DocMorris läuft gut

Das Deutschland-Geschäft sei sehr gut ins neue Jahr gestartet. Zur Rose beziffert für DocMorris im ersten Quartal das Umsatzplus auf 17 Prozent. Auch im April und Mai sei ein vergleichbar hohes Wachstum erzielt worden.

In der Schweiz spricht die Apothekengruppe von einem stabilen Ärztegeschäft und verweist auf die im Juli bevorstehende Eröffnung der ersten Shop-in-Shop-Apotheke in einer Migros-Filiale in Bern.

Mehrere Grossaktionäre

Aktuell besteht das Aktionariat der Zur-Rose-Gruppe aus mehreren Grossaktionären: Die KWE Beteiligungen AG der Unternehmerfamilie Frey hält 20,7 Prozent, die Matterhorn Pharma Holding der saudi-arabischen Investorengruppe Al Faisaliah 6,1 Prozent sowie Mitglieder von Verwaltungsrat und Management halten 8,4 Prozent.

Daneben gehören der Gesellschaft 0,9 Prozent eigene Aktien. Die weiteren 63,9 Prozent der Papiere sind laut den Unternehmensangaben im Besitz von über 2000 Ärzten sowie institutionellen Investoren und Privatanlegern.

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(sda/cfr)