Anleger sind von den Ergebnissen des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé enttäuscht. Insbesondere hat sie die rückläufige Entwicklung der Margen überrascht. Zudem blieb der Ausblick für das neue Jahr vorsichtig und entsprach damit nicht dem Geschmack der Experten.

Der Aktienkurs büsste knapp 3,8 Prozent ein (Stand 10:30 Uhr). Das Indexschwergewicht drückt auf den Gesamtmarkt (SMI), welcher 0,6 Prozent verliert. Die Aktie hatte sich bisher im Jahr allerdings sehr gut gehalten.

Entgegen Erwartungen: Ebit-Marge gefallen

Der Nahrungsmittelhersteller habe gemischte Resultate für das abgelaufenen Geschäftsjahr veröffentlicht, schreibt die Bank Vontobel in einem Erstkommentar. So habe auf der einen Seite die Umsatzentwicklung die Prognosen knapp erfüllt, auf der anderen Seite sei die Ebit-Marge entgegen den Erwartungen gefallen. Nach Ansicht der Experten hätte Nestlé diese Enttäuschung mit einer besseren Kommunikation anlässlich der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen verhindern können.

Die UBS-Analysten erklären die Differenz zwischen den Konsensschätzungen und den ausgewiesenen Ebit-Zahlen mit höheren Marketingausgaben, einmaligen Kosten im Zusammenhang mit dem Rückruf für Maggi-Nudeln in Indien sowie einer Margenschwäche im Geschäft mit «übrigen Produkten». Dieser Bereich leide noch immer unter Rabattanpassungen bei Hautpflegeprodukten.

Ausblick enttäuschend

Der Ausblick wird in Analystenkreisen als enttäuschend bewertet. Nestlé stellt für 2016 ein organisches Wachstum im Rahmen von 2015 in Aussicht, dagegen habe der Konsens bisher mit einer Wachstumsrate von 4,7 Prozent kalkuliert, schreibt die UBS. Das Unternehmen müsse nun weitere Informationen liefern, wie es zu einem besseren Gewinnwachstum zurückkehren wolle, hält Barclays fest.

Nach Ansicht von Barclays sind der eher konservative Ausblick und die enttäuschende Marge eine weitere Bestätigung dafür, dass die Margen-Erwartungen des Marktes für den gesamten Sektor inkonsistent sind.

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(sda/cfr/chb)