Hoffnungen auf einen Durchbruch mit einem neuen Lungenmedikament haben die Anleger in die Titel des Pharmakonzerns Roche gelockt. An der Schweizer Börse verteuerte sich Roche am Freitag um 3,5 Prozent auf 278,20 Franken. Die Papiere wurden europaweit am stärksten gehandelt.

Auslöser waren Ergebnisse einer Phase II-Studie mit dem Wirkstoff MPDL3280A. Die Arznei verdoppelt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Patienten mit einer bestimmten Art von Lungenkrebs verglichen mit Chemotherapie.

«Grossartige Studiendaten»

MPDL3280A verfolgt einen neuartigen Ansatz bei der Krebsbekämpfung. Solche sogenannte immuntherapeutische Medikamente zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem zu aktivieren, damit es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Zahlreiche Experten sehen in dem Ansatz einen markanten Fortschritt bei der Krebsbehandlung.

SafraSarasin-Analystin Chi Tran-Brändli zufolge schien es, dass Roche auf dem Gebiet hinter die beiden US-Konzerne Bristol-Myers Squibb und Merck & Co zurückgefallen war. Dank der neuen Studienergebnisse dürfte Roche nun aber in der Lage sein, den Rückstand innerhalb weniger Monate aufzuholen und bereits Ende 2015 mit einem sehr konkurrenzfähigen Produkt auf den Markt kommen. «Diese grossartigen Studiendaten dürften Roche im heissen Gebiet der Immuntherapie zurück an die Spitze des Investoren-Interesses führen», erklärte die Analystin.

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(reuters/ise)