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Unsicherheit
Bremsspuren der russischen Währungskrise

Japan Tobacco: Der Konzern verliert an Wert wegen Russland.  Keystone

Das Finanzministerium will den Rubel durch Verkäufe stützen. Der Kurssturz verunsichert aber nicht nur Russland. Die asiatischen Aktienmärkte leiden ebenfalls.

Veröffentlicht am 17.12.2014

Vor dem Hintergrund einer aufziehenden Finanzkrise in Russland und des weiterhin niedrigen Ölpreises haben sich die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch in verschiedene Richtungen bewegt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging in Tokio mit einem Plus von 0,38 Prozent aus dem Handel bei 16'819 Punkten. Der Topix-Index verlor 0,1 Prozent auf 1352 Zähler.

Der MSCI-Index für die wichtigsten Aktien ausserhalb Japans gab um 0,6 Prozent nach und markierte damit ein Neun-Monats-Tief.

Unsicherheit durch Rubel-Sturz

Für Verunsicherung sorgte vor allem der Absturz des Rubel am Vortag, der auch durch eine drastische Anhebung der russischen Leitzinsen durch die Zentralbank nicht nachhaltig gestoppt werden konnte. Unklar war, ob die russische Führung dem Wertverfall der eigenen Währung Einhalt gebieten kann und welche Auswirkungen diese Situation für die Weltwirtschaft hat.

Die Preise spielen jedenfalls weiter verrückt: Der Dollar verteuerte sich am Mittwoch im frühen Handel auf rund 70 Rubel, machte dann Boden gut und notierte bei knapp 63 Rubel, fiel kurz danach aber wieder ungefähr auf den Eröffnungskurs.

Die Erklärung liefert das russische Finanzministerium: Es will anscheinend Devisenreserven verkaufen. Russland sei bereit, Devisen im Wert von sieben Milliarden Dollar auf den Markt zu werfen, hiess es. Der Verkauf könne schrittweise erfolgen. Zusammen mit dieser Ankündigung erklärte das Ministerium am Mittwoch ebenfalls, die Währung des Landes sei stark unterbewertet.

Japan Tobacco leidet an Rubel-Verfall

Beispielhaft waren die Folgen des Rubel-Verfalls an den Aktien von Japan Tobacco zu sehen, der Konzern macht einen grossen Teil seines Geschäfts in Russland. Die Papiere fielen um mehr als sieben Prozent. Auf dem Hongkonger Aktienmarkt verloren die Anteilsscheine von Geely Automobile Holdings rund 20 Prozent.

Das Unternehmen, dessen Mutter Zhejiang Geely Holding Group auch die schwedische Marke Volvo besitzt, ist stark in Russland engagiert. Wegen der zurückgegangenen Exporte dorthin und der Währungsturbulenzen in Russland erwartet Geely im laufenden Jahr eine Halbierung des Nettogewinns.

Ölpreis weiter auf Talfahrt

Der Ölpreis setzte seine Talfahrt fort. Ein Fass (Barrel) der Nordseesorte Brent kostete mit 59,61 Dollar 0,7 Prozent weniger als am Vortag; der Preis für ein Barrel US-Rohöl fiel um 1,1 Prozent auf 55,30 Dollar.

(awp/ise/ama)

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