1. Home
  2. Invest
  3. Brent – warum Öl jetzt nach oben ausbrechen kann

Rohstoffe
Brent – warum Öl jetzt nach oben ausbrechen kann

Ölförderung
Ölförderung: Die Preise haben deutlich Auftrieb bekommen. Quelle: Keystone

Der Preis für Rohöl steigt und steigt. Die Charttechnik sagt: Öl könnte ganz schnell wichtige Hürden nach oben nehmen.

Von Georg Pröbstl
am 27.04.2018

Die Empfehlung von Brent an dieser Stelle war ein Volltreffer! Mitte Juli 2017 hatte die Redaktion von stocksDIGITAL bei der Ölsorte aus der Nordsee bei einem Kurs von rund 48 Dollar je Barrel zum Kauf geraten. Und von da an ging es mit der Notierung von schwarzem Gold in den folgenden sechs Monaten steil nach oben. Ende 2017 kostete das 159-Liter-Fass bereits 67 Dollar.

Der vor neun Monaten empfohlene Call (ISIN: DE000VS82KF9) auf Brent brachte enorme Gewinne. Das Hebelprodukt hatte sich bis Mitte Dezember verfünffacht – und das in nicht einmal sechs Monaten! Seither ist Brent sogar noch kostbarer geworden. Inzwischen notiert das Nordseeöl je Barrel bereits bei 74 Dollar je Fass und damit auf dem höchsten Stand seit November 2014.

Politische Unsicherheiten…

Das muss aber noch nicht das Ende der Fahnenstange der Preisentwicklung sein. Fundamental betrachtet spricht einiges für weitere Kursgewinne und charttechnisch orientierte Anleger wittern die Chance auf einen ganz schnellen Preisauftrieb.

Für politische Unsicherheit – das ist in der Regel gut für den Ölpreis – sorgt derzeit die erneute Diskussion um das Atomabkommen mit dem Iran. In Teheran will man Atombomben bauen oder Zugang zu Kernwaffen und das aktuelle Abkommen, über das die westlichen Staaten mehr oder weniger eine Kontrolle über die atomaren Aktivitäten des Landes haben, läuft bis 2025. US-Präsident Donald Trump hält den Deal, den sein Vorgänger Barack Obama begrüsst hatte, für ein schlechtes Geschäft.

… und wichtige Entscheidungen im Mai

Bis 12. Mai ist eine Entscheidung Trumps zu erwarten, wie es mit dem Atomabkommen weitergehen soll und damit ob die USA ihre früheren Sanktionen gegen den Iran weiterhin aussetzen, oder aber wegen der Atomfrage die Daumenschrauben gegen Iran wieder fester drehen. Eine erneute Verschärfung an der Sanktionsfront würde sich sehr wahrscheinlich auch auf den Ölexport der Iranis auswirken. Nun ist der Iran allerdings ein wichtiger Ölexporteur. Im März führte das Land täglich rund zwei Millionen Barrel Rohöl aus. Das sind immerhin annähernd zehn Prozent der täglichen Förderung der OPEC-Staaten.

Das meiste Öl der Iraner geht in Richtung China. Sollte Trump das Atomabkommen stoppen, könnte das nicht nur das Angebot der OPEC zumindest kurzfristig nach unten drück, sondern auch noch China als Importeur iranischen Öls treffen. Trump könnte da zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – denn China steht ja wegen der negativen Handelsbilanz der USA im Fadenkreuz des Präsidenten. Kommen erneute Sanktionen, würde der Preis für Öl zumindest kurzfristig sehr wahrscheinlich weiter steigen.

Die Krise im Jemen spitzt sich weiter zu

Noch höhere Ölpreise hätten auch einen weiteren positiven Effekt für die USA. Dann nämlich würde sich Fracking in den Staaten verstärkt lohnen und Öl-Firmen in den USA könnten ihre Produktion mit zunehmender Profitabilität ausweiten. Ein klares «America first».

Das Atomabkommen ist aber nicht der einzige Unsicherheitsfaktor, der einen Preisanstieg bei Öl begünstigen könnte. Aktuell scheint sich die Lage im Jemen wieder zuzuspitzen. Dort steht seit längerem eine von Saudi-Arabien angeführte Allianz gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und jetzt gab es neue Bombardements in der Region. Auch dieser Konflikt könnte das Angebot an Öl verknappen.

Produktionsausfälle in Venezuela und fallende Lagerbestände

Damit aber nicht genug. Auch in Venezuela – das Land verfügt über die grössten Ölreserven weltweit – geht es politisch drunter und drüber und es gibt hohe Produktionsausfälle, die den Ölpreis nach oben treiben. So erwartet die internationale Energieagentur IEA in diesem Jahr für Venezuela einen weiteren Produktionsrückgang auf knapp 1,4 Millionen Barrel pro Tag. Das wäre mit Ausnahme der Streikjahre 2002 und 2003 das niedrigste Niveau seit 70 Jahren.
Zudem wirkten auch die Entwicklung der Öl-Lagerbestände zuletzt preissteigernd. So wurde in den USA-Lagern vor einer Woche ein Rückgang des Öl-Bestands um 1,1 Millionen Barrel auf 427,5 Millionen Fässer bekannt gegeben. Analysten hatten lediglich einen Rückgang um 500000 Barrel erwartet. Und auch bei den Benzinbeständen in den Staaten kam es zu einem unerwartet starken Rückgang der Vorräte um 3,0 Millionen Barrel. Analysten hatten lediglich ein Minus von 200'000 Barrel vorausgesagt.

Die Charttechnik: Es könnte zum Ausbruch kommen

In diesem fundamentalen Umfeld könnte der Ölpreis spekulativ gesehen ganz schnell weiter nach oben klettern. Technisch orientierte Käufe könnten nämlich einen zusätzlichen Schub auslösen. Denn Brent notiert jetzt nicht nur an der psychologisch wichtigen 75-Dollar-Marke für das 159-Liter-Fass, sondern auch noch an der oberen Begrenzungslinie seines Aufwärtstrends von Ende 2016.  Fallen die beiden Zonen, könnte schwarzes Nordseegold nach oben ausbrechen und rasant in Richtung 80 oder auch 85 Dollar spurten. Ein Call auf Brent (ISIN: CH0405583623, Laufzeit endlos, Knock-out und Basis jeweils 66,337, Bezugsverhältnis 10:1) mit hohem 9er-Hebel verspricht dann wie schon der Call vor einem Jahr weit überproportionale Kursgewinne.

Anzeige