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Unsicherheit
Brexit gefährdet Bonität der Briten

Grossbritannien: Die Kreditwürdigkeit könnte sinken.  Keystone

Der Brexit stellt die Kreditwürdigkeit Grossbritanniens in Frage. Die Ratingagentur Moody's erwägt eine Herabstufung. Damit schliesst sie sich den Befürchtungen der US-Kollegen an.

Veröffentlicht am 24.06.2016

Der Abschied Grossbritanniens aus der EU kann sich der Ratingagentur Moody's zufolge auf die Kreditwürdigkeit des Landes auswirken. «Das Ergebnis bedeutet eine längere Zeit der politischen Unsicherheit, die auf der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit des Vereinigten Königreichs lasten wird», erklärte Moody's.

«Die erhöhte Unsicherheit wird wahrscheinlich eine Delle bei den Investitionen und Vertrauen nach sich ziehen, die die Wachstumsaussichten dämpft», teilte Moody's am Freitag mit. Das wiederum sei negativ für die Bonität. Moodys's bewertet die Kreditwürdigkeit Grossbritanniens derzeit eine Note unter der Bestnote AAA. Wird das Rating herabgestuft, kann das höhere Kosten bei der Schuldenaufnahme zur Folge haben.

S&P ist gleicher Meinung

Bereits am gestrigen Tag gab die US-Ratingagentur Standard&Poor's eine Warnung ab, dass sie Grossbritannien im Falle eines EU-Austritts die Bestnote für seine Kreditwürdigkeit entziehen könnte. «Wenn Grossbritannien sich im EU-Referendum am Donnerstag für einen Brexit entscheiden sollte, dann wäre das AAA-Kreditrating fällig und würde innerhalb kurzer Zeit danach zurückgestuft werden», sagte Moritz Kraemer, Managing Director und Global Chief Rating Officer Sovereign Ratings bei S&P gegenüber der «Bild»-Zeitung.

Dem Bericht zufolge führte Kraemer als Grund an, dass die politische Situation im Land bei einem Brexit weniger vorhersehbar und rational wäre, auch weil es keinen wirklichen Plan für die Zeit nach einem Brexit gebe.

(sda/awp/jfr)

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