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Nervosität
Brexit wirft Schatten auf Zinsentscheid der Fed

Fed-Chefin Janet Yellen: Ein Zinsentscheid steht an. Keystone

Am Abend steht in den USA eine Zinssitzung an. Beobachter erwarten allerdings keine Veränderung – zu gross wiegt die Brexit-Unsicherheit. Über alles weitere gehen die Erwartungen stark auseinander.

Veröffentlicht am 15.06.2016

Börsen und Investoren sind nervös. Die US-Notenbank Federal Reserve wird am Mittwochabend um 20 Uhr ihre Entscheidung zur künftigen Geldpolitik bekanntgeben. Wegen des möglichen Brexit rechnen Marktteilnehmer nicht mit einem Zinsschritt.

Die Fed hatte den Leitzins im Dezember vergangenen Jahres nach jahrelanger Nullzinspolitik auf ein Niveau zwischen 0,25 und 0,5 Prozent angehoben. Fed-Chefin Janet Yellen, die sich auf einer Medienkonferenz äussern wird, hatte im Vorfeld weitere graduelle Anhebungen «in den nächsten Monaten» für geboten gehalten, sollte die wirtschaftliche Entwicklung sich nicht verschlechtern.

Umfragen deuten auf Ja zum Brexit

Allerdings hatte es auch Bedenken wegen der schwächelnden Daten vom US-Arbeitsmarkt gegeben. Gewichtigstes Argument gegen einen Zinsschritt im Juni dürfte aber die Unsicherheit bezüglich eines Austrittes Grossbritanniens aus der EU sein.

Ein Brexit könnte laut Internationalem Währungsfonds massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach sich ziehen. Die Briten entscheiden am 23. Juni über ihren Verbleib in der EU. An den Börsen herrscht seit Tagen Nervosität, nachdem Umfragen einen EU-Ausstieg der Briten immer realistischer erscheinen lassen.

Grosse Unklarheit über nächste Schritte

Die Äusserungen von Marktteilnehmern und Beobachtern, wann die Federal Reserve nach ihrer Juni-Sitzung eine Zinsanhebung ins Visier nehmen könnte, gehen weit auseinander. Einige halten eine Erhöhung im Juli für möglich, andere sind sich nicht einmal sicher, dass es nach der Sommerpause im September so weit sein könnte.

Erste Investoren bringen sogar die Möglichkeit einer baldigen erneuten Zinssenkung ins Spiel. «Ich bin nicht überzeugt, dass die Fed überhaupt nach oben geht. Der nächste Schritt könnte ein Kürzung sein», sagte Nicholas Ferres von Eastspring Investments dem US-Sender NBC.

Wichtiger Indikator enttäuschte

Die Wirtschaftsdaten in den USA sind nach wie vor nicht düster, aber auch nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Monaten. Im Mai kamen statt der erwarteten 162'000 nur 38'000 neue Stellen auf dem Arbeitsmarkt hinzu – ein, Indikator, auf den die Fed bei ihrer Bewertung neben der Inflation besonders genau schauen muss. Die Inflation ist seit längerem von der Zielmarke von 2 Prozent entfernt und wird nach Einschätzung der Fed dahin auch nicht umgehend zurückkehren.

(sda/jfr/ama)

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