Für David Bianco, Chefanalyst bei der Merrill Lynch / Bank of America, hat die US-Börse in den nächsten zwölf Monaten ein Aufwärtspotenzial von 20%. «Wir erwarten dann einen Stand von 1200 Punkten beim S&P-500-Index», so Bianco. Denn auch wenn Anleger etwas risikoscheuer als in der Vergangenheit sein sollten, dürfte sich das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von US-Aktien wieder den langjährigen Durchschnittswerten angleichen.

Boni schon reihenweise geknackt

Auch das schwache Wirtschaftswachstum in den USA bildet kein Hindernis für das 1200-Punkte-Szenario. «Ein schwaches Wachstum bedeutet niedrige Inflation, die Notenbank hält den Geldhahn offen, und mit der zunehmenden Sparquote ist auch wieder mehr Geld verfügbar», erklärt Bianco weiter.

Und weil sich die Firmengewinne besser als die US-Wirtschaft halten, soll der Anstieg des S&P-500 durch steigende Gewinne pro Aktie, nicht durch ein steigendes KGV zustande kommen. Am meisten profitieren sollen Energie-, Finanzwerte, Basiskonsumwerte sowie der Technologiesektor. Von Versorgern, Healthcare-Werten, Telekom-Netzbetreibern und dem Retailsektor rät Bianco ab.

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Für Derivateanleger ist es einfach, dieses Szenario kostengünstig umzusetzen, wobei bei Dollaranlagen immer auch das Währungsrisiko zum Kursrisiko hinzu kommt: Eine Reihe von Banken wie UBS, ZKB, ABN Amro, Vontobel und Goldman Sachs haben entsprechende Index-Tracker aufgelegt.

In den letzten Tagen gab es einigen Umsatz bei den beiden Scheinen SPTOP und SPXIT. Bei den Bonuszertifikaten hatten etliche im letzten Oktober oder im März die Barrieren verletzt, Scheine wie SPXA oder PPAAQ funktionieren deshalb jetzt wie Index-Tracker bis zu ihrem Verfall im Oktober 2009 bzw. August 2011. Noch nicht verletzt wurden die Barrieren bei VZDSP, SPXAB oder BONSP.

Beim Reverse Convertible EFBUG lässt sich gut die Schutzfunktion aufzeigen: Als der S&P 500 Index zwischen Dezember 2008 und März 2009 um 22% abstürzte, verlor dieser Schein lediglich 14%. Die anschliessende Erholung war beim Basiswert etwas stärker, der Reverse Convertible hat vor allem die jüngste Hausse seit Juli nicht mehr mitgemacht. Diese Produkte laufen gut in trendlosen Märkten, aber nicht in Haussen.

Mit der Beruhigung an den Börsen ist es auch etwas stiller geworden um die Kapitalschutzprodukte. So gut wie jeder wichtige Emittent bietet ein Produkt in dieser Kategorie mit Schutz zwischen 94 und 100%. Bei VUSEP, DOLAA und GROIO gab es in den letzten Tagen einige Handänderungen. Die meisten dieser Produkte werden nach Emission verkauft und dann nur sporadisch gehandelt.

Auf einzelne Sektoren setzen

Auch die vielversprechenden Branchen lassen sich mit Sektor-Index-Papieren spielen. So basiert der Indextracker SPOIR auf dem S&P Supercomposite Oil & Gas-Index, der die Energiewerte abbildet. Technologiewerte lassen sich immer noch am besten mit Produkten auf den Nasdaq-100-Index abdecken. Hier reicht die Palette von Indextrackern wie NASDQ, LKNAS, NDXAA oder NAWIN bis hin zu Hebelprodukten.

Und mit JBUBB gibt es auch einen Basket auf US-Bankenwerte.