Die Besitzverhältnisse beim Bekleidungskonzern Calida sorgen weiterhin für Gesprächsstoff. Laut Verwaltungsratspräsident Thomas Lustenberger will der Ankeraktionär für mindestens drei Jahre an der Beteiligung festhalten, wie er in einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» sagte.

«Die Familie Kellenberger will als Ankeraktionär dem neuen CEO Reiner Pichler ein stabiles Umfeld bieten. Sie kann sich einen Aktienverkauf in den nächsten drei Jahren nicht vorstellen. Das ist die unterste Grenze», sagte Lustenberger gegenüber dem Blatt.

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«Das ist kein Strategiewechsel»

Der Verwaltungsrat (VR) habe verschiedene Projekte zur Akquisition, die von der Geschäftsleitung vorgelegt wurden, abgelehnt. Der VR sei der Meinung, die Gruppe solle sich jetzt einerseits auf die Integration von Lafuma fokussieren und anderseits auf die Entwicklung ihres eigenen, «sehr interessanten» Markenportfolios, so der VRP weiter.

Einen Wechsel der Marschrichtung sieht er darin nicht. «Das ist kein Strategiewechsel, das ist ein Fokuswechsel innerhalb der Strategie. Mit Lafuma haben wir vier neue Marken übernommen. Unser Portfolio beinhaltet gute und entwicklungsfähige Marken. Wir wollen unsere Kraft auf deren Entwicklung richten. Das ist ein Fokuswechsel, der vom gesamten VR mitgetragen wird», sagte Lustenberger.

Lafuma übernehmen

«Wir wollen Lafuma ganz übernehmen, wenn es finanziell tragbar ist und wir uns mit den Minderheitsaktionären beim Preis einigen können.» Lustenberger ist optimistisch, dass man sich mit Lafuma-Aktionär Christian Haas, der aus dem Calida-VR ausgeschieden ist, «finden» werde.

Die Familie Kellenberger, die einen Anteil von 34,7 Prozent an Calida hält, hatte im vergangenen Jahr den Verkauf ihrer Beteiligung geprüft. Dabei war es zu Meinungsverschiedenheiten mit Calida-Aktionär (16,4 Prozent) und VR-Mitglied Haas gekommen, der daraufhin das Gremium verlassen hat. Der Abgang von CEO Felix Sulzberger im Dezember wird mit der Ablehnung des VR zu seinen Akquisitionsplänen in Verbindung gebracht.

Die Calida-Aktien haben am Dienstag den tiefsten Stand seit knapp zwei Jahren markiert, gingen aber am Handelsende mit einem Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel.

(sda/gku)