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Handelsstart
Cevas IPO beschert Schweizer Börse Aufschwung

Ceva
Ceva Logistics: Beschäftigt an 1000 Standorten in 160 Ländern 42'000 Mitarbeitende.Quelle: ZVG

Es ist bisher die grösste IPO des Jahres und bringt dem Logistikunternehmen 1,2 Milliarden ein. Für die SIX könnte es ein starkes Jahr werden.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 04.05.2018

Die Aktien des globalen Logistikunternehmens werden seit heute erstmals an der SIX gehandelt Ceva, das sich bisher mehrheitlich im Besitz von Private-Equity-Investoren befand, ist das jüngste Beispiel einer Reihe von Unternehmen, die seit Anfang des Jahres an die Schweizer Börse gegangen sind. Das Unternehmen hatte 2017 einen Umsatz von 7 Milliarden Dollar. Mit den durch den Börsengang erzielten 1.2 Milliarden Franken will Ceva seinen Schuldenberg abbauen und für weiteres Wachstum einsetzen.

Es ist der vierte und bislang grösste Schweizer Börsengang in diesem Jahr. Bereits 2017 war mit einem IPO-Volumen von 4.5 Milliarden Franken ein erfolgreiches Börsenjahr. Es zeigt nicht zuletzt das grosse Interesse der Investoren an Europa, seit sich die europäische Wirtschaft wieder erholt und die Zentralbanken die Renditen weiter niedrig halten. 

Das war wohl auch ein Grund für Ceva, sich für die Schweizer Börse zu entscheiden. Denn vor einigen Jahren hatte das Unternehmen bereits versucht, an der US-Technologiebörse Nasdaq zu kotieren – ohne Erfolg. Der Schweizer Kapitalmarkt sei dank der Wettbewerber Kühne&Nagel und Panalpina, die ebenfalls an der SIX kotiert sind, mit der Logistik-Branche vertraut, so ein Sprecher für das Unternehmen.

Zudem sei die Schweiz ein günstiger Standort und deshalb habe das Unternehmen durch die gerade vollzogene Fusion der bisherigen Holdinggesellschaft mit der Schweizer Ceva Logistics nun auch den rechtlichen Konzernsitz in Baar

Im Rahmen der IPO sammelte Ceva nun wie geplant brutto 1.2 Milliarden Franken ein – die bislang grösste IPO in diesem Jahr. Die Mittel sollen zum Schuldenabbau verwendet werden. Mit 27.50 Franken je Aktie liege der Ausgabepreis allerdings am untersten Ende der ursprünglich von 27.50 bis 52.50 Franken reichenden Preisspanne. Seit dem Handelsstart am Morgen ist die Aktie bereits auf rund 25 Franken gefallen.

Neuer Grossaktionär

Mit der französischen Reederei CMA-CGM hat Ceva gleichzeitig einen neuen Hauptaktionär bekommen: Die drittgrösste Containerschifffahrtsgruppe der Welt schiesst Ceva 379 Millionen Franken in Form von Wandelanleihen zu und hält damit einen Anteil von rund 25 Prozent an dem Unternehmen.

Die Marktkapitalisierung von Ceva Logistics beträgt rund 1.6 Milliarden, wovon rund 60 Prozent im Streubesitz sind. Die bisherigen Hauptaktionäre, Capital Research and Management Company, Franklin Advisers und Apollo Global Mangement, werden zusammen 15 Prozent besitzen.

Weitere IPOs geplant

Weitere Schweizer Unternehmen, die neben Ceva 2018 an die Börse gingen, sind der Sensorenhersteller Sensirion, und Medartis, ein Hersteller von Medizinprodukten, sowie das soziale Netzwerk für Reiche Asmallworld. Das Volumen dieser vier Börsengänge beträgt 1.8 Milliarden Franken. Mit Polyphor, Lalique Group und SIG Combibloq planen drei weitere Unternehmen demnächst an die Schweizer Börse zu gehen.

Trotz der bisher positiven IPO-Bilanz, wäre dieses Jahr sogar noch besser gewesen, wenn nicht zwei der geplanten Börsengänge geplatzt wären. Im März sagte der Airline-Caterer Gategroup, das der chinesischen HNA gehört, die IPO nur wenige Stunden vor Handelsbeginn ab.

HNA und Gategroup machten die «derzeitigen Marktbedingungen» für die unterschiedliche Bewertung der Aktien verantwortlich. Die Entscheidung könnte jedoch vielmehr damit zu tun haben, dass die Investoren vor dem hochverschuldeten Hauptaktionär HNA zurückschreckten. Nur zwei Wochen später gab HNA auch die Pläne für den Börsengang des Flugzeugabfertigers Swissport auf – ebenfalls wegen der «derzeitigen Marktbedingungen».

Der chinesische Mischkonzern HNA war vergangenes Jahr in zweifelhaften Ruf geraten: Die Schweizer Übernahmekommission rügte HNA dafür, bei der Übernahme von Gategroup für 1.4 Milliarden Franken im Jahr 2016 unwahre und unvollständige Angaben in Bezug auf die Besitzverhältnisse gemacht zu haben.

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