Auch wenn einige der Kapitalschutzprodukte derzeit unter 100% notieren – die sichere Nominalwertrückzahlung wird mit tiefer Rendite erkauft. Denn es kommt auf das Kleingedruckte an. Bei Kapitalschutzprodukten bezieht sich der Schutz in der Regel auf den Verfallszeitpunkt. Dann erst wird das investierte Geld zu 100% (oder gelegentlich zu 95%) zurückbezahlt. Während der Laufzeit kann der Preis eines solchen Produktes unter die Kapitalschutzgrenze fallen.

Solche Kapitalschutzprodukte, die jetzt teilweise in Deutschland als «Safe»-Produkte ein Revival erleben, sind einfach konstruiert: Sie bestehen aus einem Zero Bond und einer Call-Option. Der Bond-Anteil ist während der ganzen Laufzeit stabil. Mit den beim Zero Bond nicht ausbezahlten Zinsen finanziert die emittierende Bank die Call-Option, mit der ein Anleger vom Kursanstieg des Basiswertes profitiert, wenn dieser eine bestimmte Schwelle erreicht.

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Die Kurse von Zero Bonds schwanken indes während der Laufzeit genauso wie wie von Call-Optionen. Bei Zero Bonds spielt das Zinsniveau eine wichtige Rolle, bei den Calls die Volatilität. Wurde ein Kapitalschutzprodukt zu sehr tiefen Börsenständen begeben, notiert es teilweise deutlich über 100%, weil der Optionsanteil wirksam wurde. Buchgewinne, die über 100% liegen, sind indes nicht geschützt, ausser bei einigen wenigen Spezialkonstruktionen, bei denen die Schutzgrenze jeweils nachgezogen wird.

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Interessant ist das Gegenteil: Kapitalschutzprodukte, die im letzten Sommer emittiert wurden, als die Börsen neuen Höchstständen entgegenstrebten, notieren teilweise unter 100%. Wer hier zugreift, erhält per Verfall 100%, unabhängig von der weiteren Börsenentwicklung.

Ins Kalkül müssen indes noch weitere Faktoren einbezogen werden. So ist es wichtig zu kontrollieren, ob und zu welchen Bedingungen Couponzahlungen vorgesehen sind, welche die Dividendenrenditen wenigstens teilweise ausgleichen. Bei einem SMI-Produkt mit einer Laufzeit von drei Jahren entgeht einem Anleger die gemittelte jährliche Dividendenzahlung von 3%, kumuliert fast 10%. Bei PPSMI, einem 100%-Kapitalschutzprodukt der BCV, hängt das vom Erreichen von SMI-Zwischenzielen ab. Werden diese nicht erreicht, bekommt ein Anleger kein Geld ausbezahlt.

Deshalb muss die Differenz zwischen aktuellem Wert und dem garantierten Wert ausreichend gross sein. Das ebenfalls auf den SMI lautenden Produkt VUSMA beispielsweise notiert gegenwärtig bei 882 Fr., der Garantiepreis ist knapp 926 Fr. Diese Differenz wird problemlos eingespielt werden. Bei SMCPN, einem weiteren SMI-Kapitalschutzprodukt, ist allerdings die Handelswährung der australische Dollar, der das Gesamtkalkül durcheinander bringen kann.

Schutz ist nicht umsonst

Beliebt ist ebenfalls der Euro Stoxx 50 Index als Basiswert für Kapitalschutzprodukte. Bei UBAAD liegt der Schutz sogar bei 110%, das Zertifikat lautet aber auf den Dollar. Bei UBAII, dem in Euro lautenden Pendant, wurde der letzte Kurs bei 90,8 gestellt. JPABE notiert gegenwärtig bei 96,8%, 3,2% unter Pari, dieser Schein ist, wie viele andere EuroStoxx-Produkte, in Euro emittiert worden. Und ZKB7S4, einem Garantieprodukt der ZKB, wird gegenwärtig zu 94,9 gehandelt. Anleger erhalten die Differenz zu 100% in jedem Fall ausbezahlt.

Kapitalschutzprodukte sind demnach sicher, aber der Schutz ist auch hier ist nicht umsonst zu haben und bei etlichen Produkten bestehen Währungsrisiken, welche die schmale Rendite weiter dezimieren können.