Asoka Wöhrmann hat alle Hände voll zu tun. Als Chief Investment Officer Deutsche Asset & Wealth Management – dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank – verantwortet er die Anlage von Kundengeldern in Höhe von 1,16 Billionen Euro. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Wöhrmann, wie er die Marktturbulenzen wegen der Griechenland-Krise einschätzt und warum er Einstiegsmöglichkeiten sieht.

«Wir sehen keinen Anlass, unsere Strategie zu ändern», erklärt der Top-Banker. Aufgrund der Unsicherheiten rund um Griechenland habe er europäische Aktien vor rund zwei Monaten auf «Neutral» reduziert, Peripherie-Anleihen und Bundesanleihen ebenso.

Marktturbulenzen als Einstiegschance

«Wir halten an unserer strategisch konstruktiven Sicht fest und sehen Marktturbulenzen als Einstiegschancen, auch wenn wir dazu raten, die Märkte und die politischen Entwicklungen auf Tagesbasis zu beobachten. Tendenziell zählen wir nach der heutigen Markteröffnung zu den Käufern», sagt Wöhrmann.

Der Banker kann der Marktreaktion sogar etwas Gutes abgewinnen: «Obwohl die Entwicklungen am Wochenende zu einem neuen Grad an Unsicherheit geführt haben, ist die Marktreaktion über alle Vermögensklassen – und trotz der schwachen Vorgaben aus Asien – geradezu moderat und keineswegs panikartig», sagt er. «Wir haben noch nicht einmal die gesamte Erholungsrally von letzter Woche wieder aufgegeben.»

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Die Märkte werden volatil bleiben

Und wie sieht der Rest der Woche aus? Die Märkte werden volatil bleiben, ist Wöhrmann überzeugt, «da es eine hohe Dichte an wichtigen Entscheidungen geben wird.»

Einen automatischen Grexit will der Deutsche-Bank-Topmann auch nicht proklamieren. «Schon nächsten Montag könnten im Falle eines entsprechenden Ergebnisses des Referendums die europäischen Institutionen Griechenland wieder mit allerlei Stützungsmassnahmen aus der Bredouille helfen», ist Wöhrmann überzeugt.

(reuters/ise/chb)