Vergangene Woche stellten der Deutsche Derivateverband DDV und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz gemeinsam in Frankfurt eine Liste mit 18 Kriterien vor, die Derivateanleger beachten sollten.

Mit 18 Checkpunkten in Frageform sollen Anleger die notwendigen Entscheidungsgrundlagen vermittelt werden. Sie lassen sich in die drei Grobkategorien allgemeine Anlagegrundsätze, für die Klasse aller strukturierten Produkte sowie als produktespezifische Fragen gliedern.

Anlagegrundsätze:

Markterwartung,

Basiswert,

Risikostreuung,

Funktion im Gesamtportefeuille,

Nutzung aller Informationsquellen.

Spezifisch für alle strukturierte Produkte generell:

Chancen und Risiken,

Emittent,

Emittentenrisiko,

Bedingungen für Zertifikate.

Produktespezifisch:

Übereinstimmung mit Anlagevorstellung (Laufzeit, Risikoneigung etc.);

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Erreichbarkeit des Anlageziels;

Voraussetzung für Gewinn;

Marktszenarien, die einen Verlust bringen könnten;

Einflussfaktoren für den Wert des Zertifikats;

Kaufen und Halten bis zur Fälligkeit, Verkauf vor Ablauf des Verfalls;

Risiko eines Totalverlustes

Gebühren bei Erwerb und Verkauf vor Rückzahlung bei Laufzeitende;

Handelsplätze, Handelszeiten, Handelsbedingungen, Konditionen.

«Die Checkliste gibt einen guten Überblick über die Informationen, die ein Anleger einholen sollte, bevor er sich für den Kauf eines Zertifikats entscheidet», verspricht der DDV. Und solche gemeinsamen Initiativen mit dem Ziel, Anleger aufzuklären, seien hilfreicher als staatliche Regulierungen.

Grundsätze auch für Fonds

Auch wenn die Originalliste, die unter derivateverband.de oder dsw-info.de heruntergeladen werden kann, etwas schlecht strukturiert ist, weil alle Fragen nur aufgelistet und nicht nach Prioritäten gegliedert sind, für Zertifikateanleger gedacht ist, machen die Anlagegrundsätze auch für Aktien- oder Obligationenanleger Sinn. Die Frage nach Chancen und Risiken oder den Bedingungen gelten zudem auch für Fonds- oder ETF-Käufer. Lediglich die produktespezifischen Punkte sollten zwingend vor jedem Kauf eines strukturierten Produkts gecheckt werden. Eric Wasescha, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte SVSP, begrüsst das Vorgehen des DDV. «Zentral ist jedoch, dass sich jeder Anleger vor dem Kauf eines strukturierten Produkts im Klaren sein sollte, wie das Produkt funktioniert und welche Chancen und Risiken das Produkt bietet», sagt Wasescha weiter, «ausserdem sollte bem Derivatekäufer eine feste Meinung bezüglich der Markterwartung vorhanden sein.»

Bonität auf Verbands-Homepage

Der Verband betreibe seit seiner Gründung eine intensive Kommunikation und habe mit der Lancierung der «Swiss Derivative Map», bei der die Funktionsweise der wichtigen Derivatetypen einfach erklärt wird, sowie des kürzlich veröffentlichten Bonitätsratings, das auf der Verbands-Website www.svsp-verband.ch abrufbar ist, massgeblich zur Markttransparenz und Aufklärung der Anleger beigetragen, erklärt Wasescha. «Der SVSP wird diesen Weg auch in Zukunft weiter beschreiten.»