Die chinesischen Aktienmärkte haben ihre Talfahrt am Freitag abbremsen können, verzeichnen aber nach dem Einbruch der vergangenen Wochen die grössten Kursverlusten innerhalb eines Monats seit fast sechs Jahren. Die Wertpapieraufsicht CSRC reagierte mit der Einschränkung von 24 Aktienhandelskonten und kündigte eine Überprüfung des automatisierten Handels an.

Die japanischen Börsen notierten angesichts bevorstehender Quartalszahlen wichtiger Unternehmen kaum verändert. Dennoch bleibt Japan der einzige asiatische Markt, der auf Monatssicht ein Plus verbucht. Analysten attestierten den chinesischen Börsen trotz der Talfahrt Aussichten auf eine Erholung. «Irgendwann muss der Markt auch wieder die wirtschaftliche Macht (Chinas) widerspiegeln», sagte Yu Min Wang, Investmentchef bei Nikko Asset Management. Seit Mitte Juni sind die Börsen in der Volksrepublik um mehr als 30 Prozent eingebrochen und haben an den Märkten weltweit Sorge ausgelöst.

Börsenaufsicht kontrolliert umfassend

Die Börsenaufsicht begründete ihr Einschreiten mit mutmasslichen Unregelmässigkeiten. Dazu gehörten ungewöhnliche Kaufaufträge und Stornierungen, die die Entwicklung des Gesamtmarktes beeinflusst haben könnten. Nach Angaben eines Insiders forderte sie auch von anderen asiatischen Börsen Unterlagen zum Handel mit einzelnen Papieren an.

Am Freitagnachmittag lag die Börse in Shanghai zeitweise leicht im Plus, nachdem sie am Morgen mehr als 1,5 Prozent nachgegeben hatte. Auch der Handelsplatz in Shenzhen verbuchte mit 0,1 Prozent zeitweise einen leichten Aufwind. Der Nikkei-Index schloss 0,3 Prozent im Plus bei 20'585 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,75 Prozent auf 1659 Zähler. Hier zeigten sich die Investoren abwartend, weil grosse Firmen wie Sharp und Honda erst nach Börsenschluss Quartalsberichte vorlegten.

(sda/me/ama)