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Massnahme
China verbietet ICOs – Ether stürzt ab

Verbot: China verbietet Börsengänge von Cyberwährungen. Keystone

Chinas Regierung bremst das Wachstum von neuartigen digitalen Börsengängen. Sogenannte ICOs dürfen werden veroboten. Das Verbot wurde erwartet, bringt aber Bitcoin ins Wanken und Ether zum Absturz.

Veröffentlicht am 04.09.2017

China hat dem rasanten Wachstum bei Initial Coin Offerings (ICO) einen Riegel vorgeschoben. Die Aufsichtsbehörden des Landes verboten am Montag diese neue Form der Kapitalbeschaffung per Cyberwährung, die seit einiger Zeit immer populärer werden. ICOs funktionieren dabei ähnlich wie Börsengänge von Unternehmen, also den Initial Public Offering (IPO). Allerdings verlieren Behörden die Möglichkeiten zur Kontrolle und Einflussnahme.

Die chinesische Zentralbank übte mit starken Worten Kritik. «ICOs sind eine Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen», hiess es in einer Mitteilung der Zentralbank. Die Kurse von Cyberdevisen rutschten nach dem Verbot deutlich ab. Die mit Abstand grösste Währung Bitcoin verlor auf der Handelsplattform BitStamp 7 Prozent auf 4286 Dollar, um sich am Nachmittag wieder deutlich zu erholen. Die wichtigste Währung für ICOs, Ether, verlor innert drei Tagen sogar 25 Prozent und liegt wieder unter 300 Dollar.

ICO als neue Form der Kapitalbeschaffung

Der Zweck von ICOs ist es, dass Unternehmen Kapital beschaffen können. Das Prinzip ist ähnlich einer Direktbeteiligung beim Crowdfunding. Firmen kreieren bei ICOs Token, die bestimmte Rechte für Investoren festschreiben. Die Token werden von den Investoren in der Regel über Bitcoin oder Ether gekauft. Diese «digitalen Coupons» können für unterschiedliche Rechte stehen – teils stellen Token eine neue Cyberwährung dar, teils fungieren sie eher als Wertbeteiligung am künftigen Unternehmen, ähnlich einer Aktie, teils berechtigen sie zum Bezug einer Dienstleistung.

In China sind ICOs besonders beliebt, dort gab es einer Studie zufolge allein in diesem Jahr 65 solcher Platzierungen mit einem Volumen von insgesamt 2,62 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 330 Millionen Euro). Global wurden 2017 rund 1,8 Milliardern Dollar durch ICOs generiert.

Das Verbot war absehbar

Experten haben bereits mit dem Verbot gerechnet. «Weltweit haben Aufsichtsbehörden Schwierigkeiten damit, das Modell der ICO und die Risiken dahinter zu verstehen. Sie müssen erst einmal herausfinden, wie man es am besten regulieren kann», sagte Zennon Kapron, Geschäftsführer der in Schanghai ansässigen Finanztechnologie-Beratung Kapronasia. China habe dem Hype um ICO nun einen Riegel vorgeschoben, um in Ruhe regulatorische Massnahmen einzuführen. «Ich glaube aber, das wird nur ein temporäres Verbot sein.»

(me/mbü, mit Material von reuters)

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