Chinas Regulierer wollen mit einer verschärften Aufsicht einen Börsencrash wie im Sommer künftig verhindern. Bei erheblichen Kursschwankungen soll ein System den Aktien-Handel stoppen können, wie die Aufsichtsbehörde CSRC in der Nacht zum Montag bekanntgab.

Wie die Aktienbörse in Shanghai mitteilte, will sie ebenso wie die Futures-Börse und der Handelsplatz in Shenzhen ein entsprechendes System installieren. Die Notbremse für den Handel soll einem Vorschlag zufolge greifen, wenn das Börsenbarometer CSI330 um fünf Prozent vom Vortagesschluss abweicht.

Schatztruhe geleert

Als Reaktion auf die Börsenturbulenzen hatte China am 11. August den Wert des Yuan überraschend um fast zwei Prozent gesenkt. Danach intervenierte die Regierung verstärkt im Handel, um die Währung zu stabilisieren. Dabei musste der Staat mit den weltweit grössten Währungsreserven tief in seine Schatztruhe greifen. Sie leerte sich im August im Rekordtempo, wie jüngste Statistiken zeigen: Die Währungsreserven schrumpften um 93,9 Milliarden auf 3,557 Billionen Dollar.

Dieser deutliche Abbau der staatlichen Reserven nährte unter Anlegern Zweifel, ob es der Regierung auf Dauer gelingen kann, den Yuan zu stabilisieren – dies auch angesichts der Perspektive, dass bei einer Zinserhöhung in den USA verstärkt Kapital aus der Volksrepublik in die Vereinigten Staaten abfliessen dürfte.

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Erfolgreiche Massnahmen

Wegen der Börsen-Turbulenzen hat die Regierung in Peking eine ganze Reihe von Gegenmassnahmen ergriffen. Diese zeigen nach Einschätzung der staatlichen Planungskommission NDRC bereits Wirkung. Chinas Wirtschaft sei in der Lage, das staatliche Wachstumsziel zu erreichen, teilte die NDRC mit.

In der ersten Jahreshälfte wurde es mit sieben Prozent punktgenau eingehalten – doch ist dies zugleich das geringste Plus beim Bruttoinlandprodukt (BIP) in dem Schwellenland seit einem Viertel Jahrhundert.

(sda/ise/me)