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Erholung
Chinas Börsen trotzen miesen Daten

Chartkurve des Hang-Seng-Indexes: Gewinne trotz schlechter Daten. Keystone

Chinas Börsen haben sich am Dienstag erholt und deutlich im Plus geschlossen. Händler liessen sich nicht von schlechten Konjunkturdaten aus der Volksrepublik einschüchtern.

Veröffentlicht am 08.09.2015

Der deutliche Rückgang der chinesischen Im- und Exporte hat Anleger am Dienstag nicht vom Einstieg in die Börsen Shanghai und Shenzhen abgehalten. Die dortigen Aktienindizes machten ihre anfänglichen Verluste von jeweils mehr als zwei Prozent wett und schlossen knapp drei Prozent im Plus. Der Index der in Hongkong gelisteten chinesischen Werte stieg sogar um fünf Prozent.

Im Kampf gegen die Kursturbulenzen der vergangenen Monate hatte die Regierung am Vortag denjenigen Anlegern, die Aktien mehr als ein Jahr halten, die Dividendensteuer erlassen. Außerdem soll bei allzu grossen Kursausschlägen künftig der Handel automatisch unterbrochen werden, um Panik-Reaktionen zu vermeiden. Wenn bis 14.30 Uhr Ortszeit die Indizes um mehr als fünf Prozent schwanken, stoppt der Handel für 30 Minuten. Bei einem Ausschlag von mehr als sieben Prozent wird er für den Rest des Tages ausgesetzt. Zuvor hatten die Behörden bereits bestimmte Geschäfte mit Index-Terminkontrakten eingeschränkt.

Neues Konjunkturprogramm

«Diese Massnahmen reduzieren die Handelsaktivitäten einiger Grossanleger und helfen bei der Stabilisierung des Marktes», sagte Anlagestratege Xiao Shijun vom Brokerhaus Guodu. Der Aktienumsatz an der Börse Shanghai sank am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit Februar.

Darüber hinaus kündigte die Regierung kurz vor Börsenschluss in China ein umgerechnet knapp zehn Milliarden Euro schweres Konjunkturprogramm an. Investitionen in die heimische Infrastruktur sollen die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft ankurbeln. 

(reuters/dbe/gku)

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