In einer Zeit, in der viele Investoren Europa den Rücken zukehrten, nutzten chinesische Geldgeber ihre Chance: Die Investitionen aus der Volksrepublik haben sich von 2010 auf 2012 mehr als vervierfacht, wie Zahlen der Deutschen Bank zeigen - auf rund 27 Milliarden Dollar. «Es gab eine massive Zunahme an chinesischen Investitionen, besonders während der Schuldenkrise», sagt auch Thilo Hanemann, Investmentexperte der Politikberatung Rhodium Group gegenüber der «Financial Times». 

Am stärksten investierte China in Grossbritannien, aber auch Frankreich und Italien stehen stark im Fokus. Experten rechnen damit, dass diese Investitionen in den kommenden Jahren kontinuierlich zulegen werden. Chinesische Investitionen würden ihr Augenmerk zunehmend auf Hochtechnologie in Europa verlagern, so Rhodium.

Experten erwarten stetige Zunahme der Investitionen

Dabei spielt der erstarkende chinesische Privatsektor eine grosse Rolle. Zwar machten die Gelder von chinesischen Staatskonzernen gemäss Deutscher Bank von 2008 bis 2013 noch 78 Prozent aller Investitionen in Europa aus. Aber der Privatsektor holt auf: Sein Anteil  lag 2013 schon bei mehr als 30 Prozent.

Dass die Gelder aus China – absolut gesehen – nicht noch stärker geflossen sind, hat laut Analysten vor allem einen Grund: Die Europäer sind teils zögerlich, ihre Technologie nach China zu verkaufen.

(me)

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