Konjunkturdaten aus China haben den Anlegern in Fernost die Kauflaune verdorben. Die chinesische Wirtschaft kühlte sich im ersten Quartal weiter ab und erreichte mit sieben Prozent die niedrigste Wachstumsrate seit sechs Jahren. Analysten hatten bereits mit einer Abschwächung auf dieses Niveau gerechnet. Für Enttäuschung sorgte insbesondere die Industrieproduktion, die mit 5,6 Prozent den niedrigsten Zuwachs seit der globalen Finanzkrise 2008 verbuchte.

Konjunkturpakete geplant

In Shanghai büsste der Index zunächst mehr als ein Prozent ein, bevor er im Handelsverlauf einen Grossteil der Verluste wieder wettmachte. Der Aktienmarkt in Hongkong hielt sich leicht im Plus, weil Anleger mit weiterhin hohen Kapitalzuflüssen von Investoren aus Zentralchina rechneten. Zudem erwarten Experten neue Konjunkturhilfen der Regierung in Peking.

Pharmabranche mit Kursgewinnen

Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte knapp 0,5 Prozent niedriger. In Tokio ging der Leitindex Nikkei 0,2 Prozent schwächer mit 19.869 Zählern aus dem Handel. Börsianern zufolge haben Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen etwa bei Pharmaunternehmen Kasse gemacht. Gleichzeitig seien viele Investoren aber zuversichtlich, dass die japanischen Unternehmen angesichts eines schwachen Yens und der niedrigen Ölpreise starke Quartalszahlen präsentieren werden. «Die Anleger erwarten auf lange Sicht höhere Aktienkurse, deshalb wollen sie nicht verkaufen», sagte Mitsushige Akino, Chef-Fondsmanager bei Ichiyoshi Asset Management.

Am Devisenmarkt geriet der Euro vor dem Zinsbeschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel in Fernost auf 1,0633 Dollar. Zum Yen fiel die US-Währung auf 119,66 Yen. 

(reuters/rvt/chb)

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