Die Aktie der teilverstaatlichten Commerzbank gibt immer wieder kurze Lebenszeichen - sie notiert mit einem Kurs von unter 1,60 Euro prozentual zwar deutlich über dem Allzeittief von 1,12 Euro von vor wenigen Wochen. Verglichen mit den Kursen von rund 45 Euro vor Ausbruch der Finanzkrise und vor dem fatalen Kauf der Dresdner Bank bietet der Titel allerdings nach wie vor ein Trauerspiel.

«Die seit Jahren verfehlte Geschäftspolitik hat ihren Ursprung sowohl in der stark fragmentierten Bankenstruktur Deutschlands wie auch in unternehmensspezifisch strategischen Fehlentscheidungen», schreibt Sarasin-Analyst Rainer Skierka in einer aktuellen Studie.

Schwierige Fehler-Beseitigung

Diese Fehler zu korrigieren dürfte mit hohen und schwer kalkulierbaren Kosten verbunden sein. «Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung mit entsprechender Verwässerung für bestehende Aktionäre.» Schätzungen gehen von einem Kapitalbedarf von bis zu 8 Milliarden Euro aus.

Nicht zuletzt wegen des im August publizierten schwachen Halbjahresergebnisses sieht Skierka wenig ermutigende Signale. «Die Hoffnung liegt auf dem bevorstehenden Investoren-Tag.» Dieser findet am 8. November statt. Die Fokussierung auf das profitable Kerngeschäft sollte laut Studie eigentlich seit langem der Fall sein - «wir würden die Messlatte für den Investoren-Tag deshalb nicht zu hoch legen».

Keine Dividendenzahlung in Aussicht

Weil das Management selbst einen zurückhaltenden Ausblick für das 2. Halbjahr 2012 gegeben hatte, sieht der Sarasin-Analyst keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das operative Ergebnis reduzieren werde. «Die Probleme überwiegen klar die nur wenig vorhandenen Chancen», resümiert Skierka.

Bis auf Weiteres rechnet er auch nicht mit einer Dividendenzahlung - trotz attraktiver Bewertung heisst das Rating «Reduce». Oder direkter: Hände weg!

(vst/jev)

Bildergalerie: Commerzbank - krisengeplagt und teilverstaatlicht

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