Die Aufnahme in einen Leitindex kommt für ein Unternehmen in der Regel einem Ritterschlag gleich. Wer bei der «Crème de la Crème» mitwirkt, steht im Schaufenster – und taucht bei den Investoren weltweit entsprechend häufig auf dem Radar auf.

Inbesondere diejenigen Anleger, die ein Produkt möglichst indexnah abbilden müssen, kommen um die Aktien aus SMI, Dax oder Dow Jones in der Regel nicht herum. Dass sich das Qualitätsmerkmal einer solchen Indexzugehörigkeit «nur» auf Grössenmerkmale bezieht, nicht aber auf die Kursentwicklung auswirken muss, wurde 2011 einmal mehr schmerzlich bewusst.

Extreme Ausreisser sind rasch gefunden: So bildet etwa die Commerzbank mit einem aktuellen Jahresminus von rund 70 Prozent das absolute Schlusslicht im Dax – die weiteren Absturzaktien des Jahres 2011 aus der deutschen Elite-Liga haben die Verluste immerhin unter der 50-Prozent-Marke halten können.

Enges Duell bei der Schweizer Aktien-Elite

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Das hätte im SMI allerdings ebenfalls für das Schlusslicht gereicht: Dort liefern sich bis zuletzt Adecco (-34 Prozent), Actelion (-37), die Credit Suisse (-39) und Transocean (-42) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel «Flop-Aktie des Jahres».

Dass mit der Commerzbank und der CS gleich zwei Vertreter aus dem Finanzsektor ganz unten zu finden sind, kommt wenig überraschend. Auch die UBS (-27 Prozent/SMI) oder die Deutsche Bank (-24 Prozent/Dax) haben enttäuscht.

Selbst im Dow Jones – einem der weltweit fast einzigen Indizes, die 2011 im Plus abschliessen dürften – ist es ein Finanzwert, der das Tabellenende ziert: Die Bank of America hat 2011 fast 60 Prozent ihres Börsenwertes eingebüsst. Dass der US-Index dennoch ein positives Vorzeichen aufweist, ist Aktien wie McDonald’s (+31 Prozent), IBM (+26) oder Pfizer (+24) zu verdanken.

Rabenschwarzes Jahr für Finanzwerte

Der Absturz der Finanzwerte ist auch im Euro Stoxx 50 dominierendes Thema: BNP Paribas (-37 Prozent), Unicredit und die Société Générale (beide mit rund -58 Prozent) drücken den europäischen Index auf ein gesamthaftes Minus von fast 20 Prozent.

Die grösste Verliereraktie aus einem der weltweiten Top-Leitindizes kommt – wenig überraschend – aus Japan: Die im Zusammenhang mit der Fukushima-Katastrophe in arge Bedrängnis geratene Tokyo Electric Power Company, kurz Tepco, verlor über 90 Prozent.

Der Blick nach Japan zeigt übrigens, wie bitter der rund 70-prozentige Absturz der Commerzbank-Aktie ist: Selbst die von einem grossen Bilanzskandal erschütterte Olympus-Aktie wurde von den Anlegern mit einem Minus von rund 61 Prozent weniger drastisch abgestraft als der Dax-Wert.

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(vst/rcv)