Die Aktienbörsen in Japan und China haben zum Wochenauftakt massive Verluste hinnehmen müssen. Auch andere asiatische Börsen wie in Hongkong und Taipeh gerieten in den Abwärtssog. Die Sorgen um eine weitere Verlangsamung der zweitgrössten Volkswirtschaft in China, die Turbulenzen an seinen Börsen und die heftigen Abschläge an der Wall Street lassen Anleger bangen. Der neue Kursrutsch zum Auftakt in Shanghai machte ungeachtet massiver staatlicher Interventionen seine Gewinne in diesem Jahr zunichte.

In Tokio fiel der Nikkei-Index erstmals seit fünf Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 19’000 Punkten. Zuletzt notierte der Nikkei einen satten Abschlag von knapp 4,05 Prozent beim Stand von 18’649,26 Punkten. Der breit gefasste Topix brach zuletzt 4,82 Prozent auf den Zwischenstand von 1497,23 Punkte ein.

Talfahrt beschleunigt sich

Die Talfahrt in China setzte sich beschleunigt fort, obwohl die Regierung am Wochenende angekündigt hatte, den chinesischen Pensionsfonds zu erlauben, in den Aktienmärkten zu investieren. Den Anlegern reichte das aber offensichtlich nicht, da viele auf eine weitergehende Verringerung der Mindestanforderungen für die Kapitalreserven der Banken durch die Zentralbank hoffen.

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Der wichtige Shanghai Component Index und der Shenzhen Component Index fielen zuletzt um mehr als 8 Prozent. Der ChiNext für Technologiewerte, der dem Nasdaq in den USA ähnelt, lag um über 7 Prozent niedriger. Auch der Aktienmarkt in Hongkong sackte um über vier Prozent ab. An der Börse in Taipeh rutschte der Taiex Index zeitweise um mehr als 7 Prozent ab – so tief wie lange nicht mehr.

Zentralbank will handeln

Chinas Zentralbank erwägt nach einem Bericht des «Wall Street Journals», den Mindestreservesatz für Banken zu senken, um die Konjunktur zu stützen. Der Schritt soll aber nicht sofort erfolgen, sondern erst zum Monatsende oder zu Septemberbeginn. Dabei würde der Mindestreservesatz um einen halben Punkt gesenkt werden, was 678 Milliarden Yuan (93 Milliarden Euro) für Kredite freisetzen würde.

Je weniger Geld die Institute beiseitelegen müssen, desto mehr können sie theoretisch an Unternehmen und Haushalte verleihen. Die Massnahme sei auch eine Reaktion auf die von der Zentralbank selbst herbeigeführte Schwächung der heimischen Währung, schrieb das Blatt. Der fallende Kurs des Renminbi (Yuan) könnte zu einem verstärkten Abfluss ausländischen Kapitals führen, hiess es.

(awp/ise/me)