Eine Woche nach Bekanntgabe der vergleichsweise guten Jahreszahlen 2007 überrascht die Credit Suisse mit neuen Abschreibern in Höhe von 2,85 Mrd Dollar, was einen geschätzten negativen Einfluss von 1 Mrd Dollar auf den Reingewinn für das 1. Quartal 2008 haben wird.

Das dürfte noch nicht alles gewesen sein. Denn «im Schatten der Subprime-Probleme weist das Geschäft mit kommerziellen Liegenschaften in den USA auf ein Problem in ähnlicher Grössenordnung wie die SubprimeKrise hin», schreiben die Analysten von Goldman Sachs. Die Bank schätzt das Ausfallrisiko auf 330 Mrd Dollar.

Im Gegensatz zu den Subprime-Krediten, wo laut Goldman Sachs 91% der faulen Tranchen identifiziert wurden, sind bei Geschäftsliegenschaften erst 17% abgeschrieben worden. Bis nächstes Jahr sollen die Preise für Geschäftsliegenschaften zwischen 21 und 26% fallen. Und weil Geschäftsliegenschaften-Portefeuilles weniger oft verbrieft worden sind, erwarten die Analysten von Goldman Sachs auch längere Abschreibungszyklen. Statt ein bis zwei Jahre dürften sich Banken rund fünf Jahre mit den Folgen der Geschäftsimmobilienverbriefungen herumschlagen. «Wir sehen Verluste bei kommerziellen Liegenschaften als das grösste Problemfeld nach den Subprime-Krediten an», so das Fazit der Studie.

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Von den europäischen Banken weist Credit Suisse, die bei CMBS-Emissionen (Kreditverbriefungen für kommerzielle Liegenschaften) einen Marktanteil von 9,1% hält, in diesem Bereich mit 28 Mrd Fr. die grösste Exposition auf. Von diesem Portefeuille mit kommerziellen Liegenschaften entfallen 40% auf die USA. Wenn sich der für dieses Jahr prognostizierte Preisrückgang materialisiert, erwächst der Credit Suisse daraus ein Abschreibungspotenzial von 3 Mrd Fr. für 2008 und ähnlich hohen Beträgen für die Folgejahre. Credit Suisse ist mit diesem Problem aber nicht alleine. Mit Morgan Stanley und der Bank of America sind zwei weitere US-Banken in diesem Geschäft stark, in Europa ist die Deutsche Bank das Institut mit dem grössten Marktanteil von 7,2%.

Die Aktie der CS ist auf der Verkaufsliste von Goldman Sachs gelandet und stark unter Druck geraten. Da hilft es wenig, dass das Emirat Katar im grossen Stil Aktien der CS aufgekauft hat und über die nächsten zwölf Monate 15 Mrd Dollar in Bankaktien investieren will.