Die Grossbank Credit Suisse erwartet im kommenden Jahr einen Anstieg der Börsengänge und der Übernahmen. Im laufenden Jahr dagegen blieben die Aktivitäten hinter den Erwartungen der Grossbank zurück.

Vor einem Jahr rechnete die Credit Suisse für das Jahr 2015 mit 5 Börsengängen und einer steigenden Zahl der Übernahmen in der Schweiz. Mit beiden Prognosen lag die Grossbank jedoch daneben. So wagten im laufenden Jahr nur zwei Unternehmen – nämlich Sunrise und Cassiopea – den Gang an die Börse. Die Anzahl Übernahmen und Fusionen fiel von 650 im Vorjahr auf 530 zurück.

Anzeige

Kapital auf Renditesuche

Trotz den enttäuschten Erwartungen zeigte sich Marco Illy, der Investmentbank-Schweiz-Chef, aber erneut bei den Prognosen optimistisch. «Bei den Börsengängen werden wir 2016 einen Anstieg sehen», sagte er an einer Veranstaltung am Dienstag in Zürich. So habe alleine die Credit Suisse vier bis fünf Mandate. Bei den Übernahmen und Fusionen sagt Illy einen Anstieg des Volumens um 6 Prozent voraus.

Der Investmentbank-Chef begründete diese Voraussagen einerseits mit den Negativzinsen in der Schweiz. Diese machten die Investitionen in Aktien und darum Börsengänge attraktiv, sagte er. Bei den Übernahmen und Fusionen dagegen sei vor allem das viele Kapital auf Renditesuche der Treiber. So hätten auf der einen Seite die Unternehmen selbst eine grosse Kriegskasse. Auf der anderen Seite träten auch in der Schweiz vermehrt Aktionäre und Aktionärsgruppen auf den Plan, die Druck auf die Unternehmen ausübten.

Geplatzter Syngenta-Deal zerhaut Statistik

Insgesamt ist gemäss Angaben der Credit Suisse in der Schweiz das Transaktionsvolumen von 134 Milliarden Dollar 2014 auf 114 Milliarden Dollar im laufenden Jahr gefallen. Sich negativ ausgewirkt hat sich dabei vor allem die geplatzte Übernahme des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta durch den US-Konkurrenten Monsanto. Wäre dieser Deal zustande gekommen, wäre das Volumen laut CS höher als im Vorjahr ausgefallen.

Im Gegensatz zu den Vorjahren gibt die Credit Suisse diesmal nicht bekannt, ob sie im laufenden Jahr im Schweizer Investmentbanking Marktanteile verloren oder hinzu gewonnen hat. Während die Grossbank ihren Marktanteil für 2014 mit 17,6 Prozent angab, weist sie diesmal nur den Marktanteil für die Zeitperiode von 2010 bis 2015 aus.

UBS kommt näher

Mit 14,6 Prozent für diese fünf Jahre führt die Credit Suisse das Feld zwar immer noch deutlich an. Im Vergleich mit den Einjahreszahlen vom Vorjahr ist der Abstand zur Zweitplatzierten UBS jedoch geschmolzen. Für 2014 wird für die UBS einen gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Marktanteil von 8,3 Prozent angegeben. Für die Zeitperiode 2010 bis 2015 soll er 8,9 Prozent betragen.