Die Aktien der Credit Suisse sind im frühen Handel gesucht. Die gehaltende Dividende sowie das gute Erreichen der Kernkapitalziele dürften unter den Anlegern für Erleichterung sorgen. Durchwachsen präsentiert sich dagegen die operative Leistung der Bank im Schlussquartal. Insbesondere das Private Banking & Wealth Management (PB&WM) blieb hinter den Erwartungen zurück.

CS notieren um 9:45 Uhr 6,8 Prozent höher bei 21,14 Franken und damit nahe dem Tageshöchststand. Der SMI steht zur gleichen Zeit gut gehalten auf dem Niveau des Vortagesschlusses. Trotz des deutlichen Plus weisen die CS-Titel im bisherigen Jahresverlauf weiter eine tief rote Kursbilanz auf.

Dividende als «Lichtblick»

Positiv hervorgehoben wird von den Analysten in ihren Kommentaren in erster Linie die gehaltene Dividende. Dies sei mehr als von vielen Marktteilnehmern erwartet und dürfte für einige Erleichterung sorgen, so der Tenor unter den Experten.

Für die ZKB stellt die Dividende denn auch den «Lichtblick» im Resultat dar. Nachdem die Spekulationen um eine allfällige Dividendensenkung den Kurs zuletzt belastet haben, sei heute mit Käufen zu rechnen, ist zu hören.

Operative Performance unterschiedlich bewertet

Gut aufgenommen werden zudem die auf 10,2 Prozent verbesserte Kernkapitalquote sowie die zusätzlichen Massnahmen auf der Kostenseite zur Abfederung des negativen Währungs- und Zinsumfeldes. Die Kapitalquoten seien ok, allerdings nicht mehr als das, schreibt J. Safra Sarasin.

Unterschiedlich beurteilt wird die operative Performance der Bank im vierten Quartal, wobei die verschiedenen Sonderfaktoren sowie die Unterscheidung in strategisch und nicht-strategisch die Interpretation erschweren. Für die UBS liegt der um Sonderfaktoren bereinigte Vorsteuergewinn in etwa im Rahmen der Konsens-Erwartungen. Dies sieht die ZKB etwas anders, für sie bleibt das adjustierte Vorsteuerergebnis rund 9 Prozent hinter den Markterwartungen zurück.

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Investment Banking hinter den Erwartungen

Einig sind sich die Analysten, dass das Private Banking & Wealth Management (PB&WM) enttäuscht hat. Die Division hatte wie auch die UBS ein schwaches Quartal, kommentiert Vontobel.

Auch das Investment Banking blieb auf den ersten Blick deutlich hinter den Konsensschätzungen zurück. Dies führen die Analysten jedoch auf so nicht erwartete refinanzierungsbezogene Bewertungsanpassungen im Umfang von 279 Millionen zurück. Unter Ausklammerung dieses Einmalfaktors lag die Performance im Rahmen der Prognosen.

(awp/tno/ama)