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Neuland
CS plant Auslagerung von Hypotheken

CS: Sollte die Bank ihren Plan umsetzen können, betritt sie damit Neuland. Keystone

Credit Suisse will einem Medienbericht zufolge Hypotheken in einen Fonds auslagern. Die Grossbank habe demnach die Idee bereits rund 20 Schweizer Pensionskassen und Versicherungen vorgestellt.

Veröffentlicht am 29.03.2016

Die Credit Suisse will im Schweizer Hypothekargeschäft neue Wege gehen. Sie plant, einen Teil der Hypotheken in einen Fonds auszulagern. Damit könnte die Grossbank die Bilanz verkürzen und so dafür sorgen, dass sie weniger zusätzliches Eigenkapital aufbauen muss.

Der konkrete Plan ist, dass die Credit Suisse Hypotheken von Renditeliegenschaften im Umfang von bis zu 500 Millionen Franken in einen Fonds transferiert, an dem sich dann institutionelle Anleger beteiligen können.

In USA ist Verbriefung üblich

Ein Sprecher der Credit Suisse bestätigt auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der «Finanz und Wirtschaft». Gemäss diesem hat die Credit Suisse die Idee eines solchen Fonds, dem auch noch die Aufsichtsbehörde Finma zustimmen muss, bereits rund zwanzig Schweizer Pensionskassen und Versicherungen vorgestellt.

Sollte die Credit Suisse diesen Plan umsetzen können, betritt sie damit Neuland. Schon seit einigen Jahren unterschreiben zwar Hypothekarnehmer eine Klausel, nachdem ihre Bank die Hypothek an eine Drittpartei verkaufen kann. Ausser in kleinerem Umfang hat dies bis jetzt in der Schweiz jedoch nicht stattgefunden. In den USA dagegen ist diese so genannte Verbriefung von Hypothekarkrediten üblich. Sie war auch einer der Hauptgründe für die Finanzkrise ab 2007.

Anlagefonds nach Schweizer Recht

Im Gegensatz zur damaligen Form der Auslagerung, will die Credit Suisse die Hypotheken jedoch nicht verbriefen, sondern in einen Anlagefonds nach Schweizer Recht übertragen. Der grosse Unterschied zur intransparenten Verbriefung liegt vor allem darin, dass beim Projekt der CS der Fondsmanager alle Details der weitergegebenen Kredite erfahren wird und auch selbst die Kredite auswählen kann, was das Risiko für die Investoren des Fonds deutlich reduziert.

Die Credit Suisse auf der anderen Seite kann mit dieser Auslagerung ihre Bilanz verkürzen und damit den Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital reduzieren. Insgesamt beträgt die Summe der Kredite für Renditeliegenschaften, die die Grossbank auslagern könnte, 27 Milliarden Franken.

(sda/reuters/cfr)

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