Die strengeren Eigenkapitalregeln für Banken stellen diese vor eine Herausforderung: Die Eigenkapitalquote muss steigen,  ein Bilanzabbau steht an. Die Bank will also riskante Papiere loswerden – und erhält Hilfe von ihren eigenen Angestellten. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, investieren leitende CS-Angestellte insgesamt 450 Millionen Dollar in die riskanten Vermögenswerte.

Bloomberg beruft sich dabei auf zwei Quellen, die mit den Plänen vertraut sind, aber anonym bleiben wollen, da es sich um private Geschäfte handelt. Eine ähnliche Situation hatte es 2008 schon einmal gegeben. Nur seien den Bankern die Papiere damals regelrecht aufgezwungen worden. Sie hatten ihre Boni zum Teil mit den riskanten Vermögenswerten und verbrieften Krediten ausgezahlt bekommen. Diese hatten einen Wert von insgesamt fünf Milliarden Dollar und wurden in einen speziellen Fonds eingezahlt. Aus diesem wurde dann an etwa 2000 leitende Angestellte verteilt.

Auch wenn die Aktion 2008 nicht freiwillig war – sie hat sich für die Angestellten gelohnt: Rund 60 Prozent an Wert gewannen die Papiere bis 2010. Wie viel sie jetzt wert sind, ist nicht bekannt. Das hat die Banker offenbar dazu bewegt, die weiteren 450 Millionen zu investieren. Und die Credit Suisse hofft offenbar auf ein noch grösseres Interesse. Um die Papiere aus der eigene Bilanz zu bekommen, erwägt die Bank laut Bloomberg-Quellen sogar, selbst als Kreditgeber für die Angestellten zu agieren, damit diese noch weiter investieren. 

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Die Grossbanken Credit Suisse und UBS müssen eine Eigenkapitalquote von 19 Prozent erfüllen. Diese besteht aus zehn Prozent hartem Eigenkapital wie etwa einbehaltenen Gewinnen. Die restlichen neun neun Prozent müssen nicht aus diesem harten Kapital bestehen, sondern können auch so genannte Contingent Convertible Bonds sein (COCO-Bonds) – Pflichtwandelanleihen, die automatisch in hartes Kapital umgewandelt werden können, wenn eine gewisse Eigenkapitalquote unterschritten wird.