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Anleihen
Das bringen Öko-Bonds den Investoren

Traumhaftes Meer vor Belize: Grüne Anleihen helfen dort in der Region.   Keystone

Die Weltbank hat kürzlich ihre hundertste Grüne Anleihe aufgelegt. Die Bonds sind vergleichsweise risikoarm und dennoch attraktiv für Investoren. Das will ein erster umfassender Bericht nachweisen.

Von Christian Bütikofer
am 07.08.2015

Ende Juli hat die Weltbank ihren ersten «Green Bond Impact Report» veröffentlicht. Darin legt die Organisation dar, was ihre Grünen Anleihen für unmittelbare Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben. Green Bonds sind Obligationen, die zur Finanzierung von Umweltschutzprojekten oder sozialen Vorhaben eingesetzt werden.

Die Weltbank nimmt bei Green Bonds eine Pionierrolle ein und hat kürzlich ihre hundertste Grüne Anleihe aufgelegt. Emissionen für das gute Gewissen sind ein Trend: Es befinden immer mehr solche Papiere auf dem Markt. Gab es 2013 weltweit Green Bonds für zehn Milliarden Dollar, betrug 2014 das Volumen schon 36 Milliarden.

100 Anleihen in 18 Währungen

Die 100 Anleihen der Weltbank sind in 18 Währungen für umgerechnet 8,4 Milliarden US-Dollar aufgelegt. Bis Ende Juni 2014 wurden Erlöse durch die Weltbank-Bonds in der Höhe von 13,7 Milliarden US-Dollar in 77 Projekte investiert. Im Markt tummeln sich auch private Anbieter.

Die Weltbank-Papiere sind bei institutionellen Anlegern auch darum beliebt, weil sie einen fixen Zins abwerfen und die Gefahr eines Zahlungsausfalls verschwindend klein ist. Angesichts dieser Sicherheiten investieren Geldgeber üppig und Grossbanken steigen ins Geschäft ein, auch wenn die Weltbank selbst keine genauen Zahlen zum Ertrag nennt.

Deutsche Bank, Barclays und Blackrock dabei

Ende 2013 beauftragte die Investmentgesellschaft Blackrock die Zurich Versicherung, ein Green-Bonds-Portfolio von einer Milliarde US-Dollar zu bewirtschaften. Inzwischen hat die Zurich ihr Mandat auf zwei Milliarden aufgestockt. Die britische Bank Barclays ist ebenfalls mit einer Milliarde investiert und diesen Februar meldete auch die Deutsche Bank die Absicht an, mindestens eine Milliarde in Green Bonds anzulegen.

Inzwischen werden auch Green Bonds Indexe erstellt, etwa von Standard & Poor's/Dow Jones oder Solactive. Und im Dezember 2014 kündigte die norwegische Börse Oslo Stock Exchange (OSE) an, als erste Börse weltweit eine spezielle Liste mit Grünen Anleihen zu führen.

Fakten für mehr Vertrauen

Mit dem nun publizierten Report kommt die Organisation Investorenwünschen nach. Institute wie Blackrock, die Bank Safra Sarasin oder Zurich Versicherung wollten besser sehen, wie ihre Investments auf die Gesellschaft und die Umwelt wirken. Für eine grössere Glaubwürdigkeit der Green Bonds sei es wichtig, die ausserökonomischen Eigenschaften der Emissionen zu erfassen, sagt etwa Andrea Weber, Analystin bei J.-Safra-Sarasin. Sprich: Was bringen die Anleihen in der Praxis?

Etwa im klimagefährdeten lateinamerikanischen Belize: Dort wird mit Hilfe grüner Anleihen ein Projekt unterstützt, das die Gefahren vor Fluten angeht, indem Strassen und Brücken renoviert werden. Von diesen Massnahmen profitieren direkt 170'000 Einwohner – mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung von 350'000 Personen.

 

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