Liegt der schlimmste Einbruch an den Rohstoffmärkten hinter uns? Geht es nach den Analysten des grossen Anleiheinvestors Pimco lautet die Antwort: ja. Selbst der Preis für Öl dürfte demnach in den kommenden zwölf Monaten leicht zulegen. Ein grosser Sprung indes wird laut einem Bericht der Nachrichtenagentur «Bloomberg» nicht erwartet.

Ob auf den Ölfeldern der Arktis oder in indischen Aluminiumfabriken – Produzenten schieben Projekte und Investitionen auf die lange Bank, weil viele Rohstoffe die schwächsten Erträge seit 1999 bringen. Angesichts der hohen Lagerbestände dürften die Preise denn auch «länger niedrig» sein, glaubt die Investmentfirma, die rund 1.5 Billion Dollar an Anlegergeldern verwaltet.

Preis für Rohöl dürfte auf 60 Dollar steigen

Laut Pimco-Vize Greg Sharenow haben die globalen Rohstoffmärkte den grössten Einbruch bereits erlebt. So könnte der Preis für ein Fass Rohöl in einem Jahr bei rund 60 Dollar liegen – denn ab Anfang 2016 würden die Auswirkungen der geringeren Menge an gefördertem Öl offensichtlicher. Ende August erlebte das schwarze Gold nach einer zwischenzeitlichen Hausse erneut einen deutlichen Preisrückgang.

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Zuletzt ging es wieder leicht nach oben: In dieser Woche nun profitierten die Hersteller von stattlichen Zuwächsen, der Preis für die Nordeesorte Brent stieg von rund 49.50 Dollar auf knapp 53 Dollar. WTI machte einen Sprung von gut 46 auf 50 Dollar – unterm Strich steht das grösste Wochenplus seit August. Auf dem Ölmarkt hätten schwächere Preise «signifikante Auswirkungen auf das künftige Produktionswachstum», so Sharenow. Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage funktioniere beim Öl schneller als bei anderen Rohstoffen wie etwa Stahl oder Aluminium.

Gold fair bewertet, US-Zinswende wichtig

Die Goldpreise sind heute weitgehend fair bewertet, glaubt man bei Pimco. Sollte die US-Notenbank Fed ihre Zinsen erst später anheben als von den Marktteilnehmern erwartet, rechnet man mit einer guten Entwicklung beim Gold. Nach unten ging es wegen der schwächeren industriellen Nachfrage und dem geringeren Wachstum der Schwellenländer auch bei Silber und Platin.

Beide Rohstoffe sind laut Pimco demnach heute attraktiv bewertet und werden im Vergleich zu Gold zu mehrjährigen Tiefständen gehandelt. Platin kostete in diesem Monat so wenig wie zuletzt vor fast sieben Jahren, und der Preis für Silber sank im August auf das Niveau von 2009.

(moh)