Jüngst feierte der Swiss Market Index (SMI) seinen 20. Geburtstag. Mit dem Jubiläum stehen – wie jedes halbe Jahr – wieder Veränderungen in der Zusammensetzung an. Am 30. Juni hat die Indexkommission der SWX über die neue Struktur der Schweizer Aktienindizes entschieden. Die offizielle Mitteilung über Neuzugänge und Titel, welche die bisherigen Indizes verlassen, erfolgt erst in den nächsten Tagen. Die Erwartungen sind jedoch klar. «Dass Actelion in den SMI eintritt und Clariant rausfällt, ist mehr oder weniger sicher», bringt es Roger Steiner, Head of Swiss Equity Research bei der Landsbanki Kepler, auf den Punkt. Und: «Weitere Änderungen im SMI sind ziemlich unwahrscheinlich.»

Der Grund dafür ist im Reglement für die SMI-Indexfamilie zu finden. Dieses besagt, dass ein neuer Titel nur in den SMI aufgenommen wird, wenn er in der Jahresrangliste der grössten und liquidesten Titel im SPI auf Rang 18 oder besser platziert ist. Eine neue Aktie auf Rang 19 oder 20 kann nur dann aufgenommen werden, wenn ein Titel auf Rang 23 oder tiefer gerutscht ist. Wackelkandidaten in diesem Sinne sind (auf Platz 20 resp. 22) auch SGS und Lonza. Steiner sieht die beiden Titel jedoch eher als «längerfristige SMI-Kandidaten».

Mehr Mutationen im SMIM

Im Swiss Leader Index (SLI) sind Änderungen unwahrscheinlich. In den letzten Monaten haben keine nennenswerten Rangverschiebungen stattgefunden. Durchaus Mutationen stattfinden könnten jedoch im weiter gefassten SMI Mid Index (SMIM). Gemäss einer Studie von Landsbanki Kepler sind potenzielle Eintrittskandidaten Galenica, Valiant und Temenos. Diese Titel seien alle unter der Toleranzschwelle rangiert und würden daher dem Index direkt beitreten. Wahrscheinliche Anwärter für einen Austritt seien hingegen Kuoni, Vontobel und Kudelski.

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Tendenziell positiver Impact

In Kraft treten wird die neue Struktur der Indizes erst auf Ende September. Auf die Frage, welchen Einfluss die Indexverschiebungen auf die Aktien haben, antwortet Steiner: «Tendenziell ist es für die Aktien ein positiver Impact, wenn sie im SMI aufgenommen sind.» Denn der SMI gelte als Benchmark für viele Anleger und werde als Basiswert von passiven Anlagevehikeln wie Exchange Traded Funds (ETFs) und Indexfonds gehandelt. Das führt zu erhöhtem Volumen bei den Index-Mitgliedern. Unmittelbare Reaktionen auf den Aktienkurs sind bei einem Indexein- oder -austritt nur dann zu erwarten, wenn die Änderung nicht bereits von den Marktteilnehmern antizipiert wurde.

Actelion: Seit Jahresbeginn hat das weltweit grösste Biotech-Unternehmen mit Sitz in Allschwil rund 3,5% zugelegt. Jüngst hat eine Rückstufung der Bank Morgan Stanley von «Marktgewichten» auf «Untergewichten» einen Kursrückgang von 5,6% bewirkt. Die Analysten äusserten sich u.a. enttäuscht über das Timing im Zusammenhang mit dem Schlafmittel und Verkaufsschlager Tracleer (siehe auch Seite 11). Immerhin 9 von 20 Analysten empfehlen den Titel zu «halten». Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2009 beträgt 22,2.

Clariant: Die Muttenzer Spezialitätenchemiefirma hat im letzten Jahr satte 42% an Wert eingebüsst. Im neuen Jahr entwickelt sich die Firma mit einem Aktienrückgang von lediglich knapp 3% zwar über dem Markt – dennoch kann sich die Mehrheit der Analysten nicht zu einer Kaufempfehlung durchringen. Über die Hälfte empfiehlt «Halten», fast 30% rät gar zum Verkauf.

SGS: Die Valoren der Inspektionsfirma legten jüngst an Wert zu, als Cheuvreux im Vorfeld der Halbjahreszahlen die Aktien als «must-have-stock» betitelten und die Gewinnschätzungen anhoben. Seit Jahresbeginn gewann SGS 8,7% an Wert. Fast die Hälfte der Analysten würde den Titel kaufen, rund 40% empfehlen SGS zu «halten».