Die Computerspiele-Hersteller haben ihren Teil dazu beigetragen, die Investitionen und Gewinnverhältnisse in der Medienlandschaft gründlich umzukrempeln: Wo man noch vor zehn Jahren den Erfolg eines Kinofilms am Umsatz, der am ersten Wochenende eingespielt wurde, mass, bringen heute Spiele mehr Geld ein als die Filme.

Das Autodiebe-Spiel «Grand Auto Theft IV» brachte es auf 500 Mio Dollar in der 1. Woche – und damit auf das Zehnfache erfolgreicher Kinolancierungen. Dabei haben nicht nur Jugendliche ihre Sparschweine geleert und die Taschengeldkonten geplündert. Ein Viertel der Spieler ist über 50 Jahre alt, und die Ausweitung auf neue Kundengruppen, die mit der Kombination hoch leistungsfähiger Grafikentwicklungen und verbesserter Chiptechnologien erreicht wird, soll für dieses Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum ermöglichen. In Nordamerika ermittelten die Marktforscher der NPD Group ein Umsatzplus von 32% im Juni. Aktuelle Renner sind «Metal Gear Solid 4», «Guitar Hero on Tour» und «Ninja Garden III».

Plattformen für mehr Stabilität

Davon profitieren nicht nur die drei Konsolenhersteller Sony, Nintendo und Microsoft, auch eine Reihe von spezialisierten Softwarefirmen boomt. Laut Goldman-Sachs-Analyst Natsuko Higuchi unterscheidet sich der aktuelle Zyklus von den vorangegangenen grundsätzlich und gleich in mehrfacher Hinsicht: Der durchschnittliche Softwareumsatz liegt in den USA 42% über dem des letzten Zyklus. Bei den Handheldkonsolen-Spielen sind es sogar 200% mehr. Die Softwarefirmen, die bisher unter stark schwankenden Umsätzen litten, haben ihre Umsatzspitzen durch Multi-Plattformen-Ansätze, bei denen Spiele nicht nur auf den speziellen Konsolen, sondern auch online oder auf Handys laufen, geglättet. Der Analyst empfiehlt unter anderem Firmen wie Nintendo, Capcom oder Electronic Arts zum Kauf.

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Die Aktien dieser drei Firmen, den Elektronikkonzern Sony sowie Konami, The9, THQ und Ubisoft fasst die Bank Vontobel jetzt zu ihrem «Games III»-Basket zusammen (VN 4318 801). Obwohl Microsoft einer der drei wichtigen Konsolenanbieter ist, hätte die Berücksichtigung dieser Aktie wenig Sinn gemacht – diese Sparte ist für den Geschäftsverlauf des Gesamtkonzerns zu unwichtig, um den Aktienkurs zu bewegen. Das jetzt lancierte, in Franken denominierte Produkt wird Ende Juni 2010 zurückgezahlt.

Den Markt an die Wand gespielt

Seit dem Start Anfang Juli schwankte der Preis zwischen 92.50 und knapp 100 Fr., zuletzt bewegten sich die Notierungen am oberen Ende dieser Spanne. Wenn der Kursverlauf des leicht anders zusammengesetzten Vorgänger-produktes mit der Benchmark verglichen wird, war dieses vom Juni 2007 trotz der Dollarschwäche, die bei einigen Aktien in diesem Segment eine Rolle spielt, bis zum Verfall im Juni 2008 um 7% gestiegen. Der SMI verlor in diesem Zeitraum dagegen 20%. Auch wenn historische Vorteile keine Gewähr für die Zukunft bieten – die Chancen für weiteres Kurswachstum stehen gut. Denn laut den Analysten von Goldman Sachs profitiert die Branche auch davon, dass Konsumenten lieber zu Hause bleiben – und damit den Computerspielen den Vorzug gegenüber anderen Freizeitaktivitäten geben.

Weder in der Schweiz noch auf dem ungleich grösseren deutschen Markt gibt es laut den Übersichtsseiten wie warrants.ch oder Onvista ein vergleichbares Produkt. Der Basket ist damit eine sinnvolle Portefeuille-Ergänzung und nicht nur ein weiteres Spielzeug für Anleger.