Es gibt in den Schwellenländern von China bis in den Mittleren Osten neue Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Anleger, die bisher keinen Zugang zu Gold-Futures oder anderen Anlageformen hatten, kauften im Januar, als der erste Gold-Futures-Vertrag Chinas auf den Markt kam, in Scharen Goldbarren.

Von Dubai bis Mumbai ist eine ganze Reihe ähnlicher Investmentangebote geplant. In Indien will der führende Kreditgeber, die indische Staatsbank, in diesem Jahr einen ETF mit dem Schwerpunkt auf Gold starten. Investoren sollen Gold damit wie eine Aktie handeln können. Die Hongkonger Exchanges & Clearing kündigte an, man wolle goldbezogene Investmentprodukte und ETF an der Hongkonger Börse notieren. Auch das in London ansässige World Gold Council gab bekannt, es plane für dieses Jahr seinen ersten Gold-ETF in Dubai.

Verschiebung der Spekulation

Bereits im August vergangenen Jahres führte die Börse Osaka einen goldgebundenen Bond für kleinere Investoren ein. Diese Verschiebung der Goldspekulationen nach Osten könnte die Attraktivität von Gold als Hedge gegen die globale Rezession weiter verstärken. An der Comex, der Terminbörse für Edel- und Buntmetalle in New York, hat der Preis für einen Barren Gold im vergangenen Jahr um 31% zugelegt. In China war Gold schon lang ein beliebtes Sparobjekt. Bis vor kurzem bedeutete der Kauf und Verkauf von Gold in China ein reales Schleppen der Stücke von Broker zu Broker und heftiges Gefeilsche. Erst seit 2002 dürfen Investoren in China physisch Gold an der Schanghaier Goldbörse handeln, in Goldbarren dürfen sie erst seit 2005 investieren, allerdings nur in begrenztem Umfang.

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Handel übers Internet

Heute können die neuen Produkte wie Aktien via Internet gehandelt werden. Die Shanghaier Futures-Börse warnt jedoch, dass ihre Verträge vor allem für Grosshandelsfirmen und Produzenten gedacht seien.

Noch kurz vor Beginn des Handels versuchte die Börse, die Spekulation einzudämmen, indem sie die Grösse eines einzelnen Futures-Vertrags von 300 g auf 1 kg erhöhte, auch die Sicherheitsleistung, die Investoren hinterlegen müssen, wurde von 7 auf 9% des Vertragswerts erhöht, sodass ein Investment heute erst bei rund 2700 Dollar anfängt. Analysten sagen jedoch, Gold-Futures seien immer noch für viele chinesische Anleger erschwinglich.

Von diesen seien «rund 90% Einzelinvestoren, von denen die meisten ihr Vermögen vorsichtshalber aus den Aktienmärkten abgezogen haben», erzählt Lei Hong-jun. Die Möglichkeit, in China mit Gold zu handeln, werde natürlich nicht automatisch zu höheren Preisen führen, glauben die Analysten, doch aus der Entwicklung sei sehr genau zu erkennen, wie heiss Chinesen auf Gold seien.