Schweizer Einkaufstouristen wunderten sich in den letzten Tagen über die verstärkten Kontrollen an der deutsch-schweizerischen Grenze: Der günstige Euro-Franken-Kurs von derzeit 1.28 Franken macht den Einkauf in Deutschland dermassen attraktiv, dass die Grenzwächter ihre Präsenz prompt verstärken mussten.

Doch die Schnäppchenjäger müssen sich beeilen: Es bestehen Chancen, dass sich der Euro - und auch der Dollar - bald von den Tiefstständen erholt. «Sobald erste Ergebnisse zu den Sparanstrengungen der europäischen Defizitländer vorliegen, wird sich das Vertrauen der Finanzmärkte in die europäische Valuta wieder stabilisieren», geben sich die Analysten der Bank Sarasin zuversichtlich. Die Berechnungen der Kaufkraftparitäten der Sarasin-Experten deuten auf eine faire Bewertung für den Franken gegenüber dem Euro bei 1.40 Franken hin. Thomas Flury, Devisenexperte bei der UBS, sieht zwar keine schlagartige Erholung bei Franken und Euro. Aber auch er sagt: «Einen Euro für 1.30 Franken oder einen Dollar für 0.96 Franken erachten wir als günstige Kaufgelegenheit», so Flury.

Wer also aktiv einen Währungsvorrat für spätere Auslandreisen anlegen oder aktiv mit Devisen spekulieren will, kann die jetzigen Tiefpreise nutzen.

Mehr Zins als auf Frankenkonto

Da Bargeld jedoch leicht verloren geht, sollten sich Anleger die gegenwärtig günstigen Wechselkurse mit Fremdwährungskonti sichern. Devisenkonti eignen sich, um Investitionen in Fremdwährungen zu tätigen - darüber hinaus sind sie nützlich, wenn häufig Zahlungen in Euro oder Dollar abgewickelt werden müssen. Wer dagegen mit fallenden Euro- und Dollarkursen rechnet, kann sich mittels Finanzprodukten absichern (Kasten).

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Das Angebot bei den Devisenkonti ist sehr unterschiedlich. So bezahlen einige Institute für Fremdwährungskonti sogar mehr Zinsen als für Franken-Einlagen, andere vergüten Deviseneinlagen überhaupt nicht. Dafür profitieren die Kunden vom günstigeren Devisenkurs und ersparen sich die Gebühren beim Geldwechsel. Den Spitzenplatz bei den Fremdwährungskonti nimmt die Online-Bank Swissquote ein. Für auf Euro oder Dollar laufende Sparkonti bis zu einer Einlage von 50 000 Franken bezahlt das Institut Zinsen von immerhin 1,53 Prozent. Das Franken-Konto wird hingegen nur mit 1,15 Prozent verzinst. Bei grösseren Beträgen schrumpfen die Zinsen, doch das ist auch bei den meisten anderen Instituten der Fall. Die Migrosbank zahlt Euro-Anlegern immerhin noch 0,75 Prozent. Weniger gibt es für Fremdwährungskonti bei Postfinance oder der Grossbank UBS. Bei beiden wird das Euro-Konto mit 0,25 Prozent Zins entschädigt. Die gleichen Zinsen zahlen Raiffeisen oder ZKB.

Vorsicht vor der Gebührenfalle

Wegen der beträchtlichen Gebühren beim Einzahlen und Abheben werden sowohl das Euro-Konto als auch das Fremdwährungskonto aber als reine Transaktionskonti betrachtet. Zudem sollten jene, die im Ausland mit der Karte ihres Fremdwährungskontos bezahlen, immer auch die Zusatzkosten im Auge behalten. Denn mancherorts wird bei der Schweizer Bankkarte eines Fremdwährungskontos der Betrag in Franken belastet, um dann auf dem Konto wieder in die Fremdwährung umgerechnet zu werden. Dabei fallen zweimal Gebühren an.