Die Sika-Aktien notieren am Freitag im frühen Handel etwas über dem Marktschnitt im Plus. Der Baustoffhersteller hatte vorbörslich sein Ergebnis für das erste Semester 2015 vorgelegt und dabei die Schätzungen vor allem beim EBIT und Reingewinn übertroffen. Die Aktienanalysten kommentieren das Resultat freundlich, verweisen aber auf die Unsicherheiten um den Übernahmeversuch durch den französischen Saint-Gobain-Konzern.

Gegen 9.40 Uhr notieren Sika noch um 0,5 Prozent im Plus auf 3412 Franken, eröffnet hatten sie noch auf dem (bisherigen) Tageshoch von 3460 Franken. Die gehandelten Volumen sind mit 390 Stück bisher noch bescheiden; in den letzten Monaten hatte das durchschnittliche Tagesvolumen rund 5700 Stück betragen. Der Gesamtmarkt (SMI) zeigt sich gleichzeitig kaum verändert (SPI +0,01 Prozent).

«Eindrückliche Margenverbesserung»

Dem Baustoffkonzern sei im Halbjahr eine «eindrückliche Margenverbesserung» gelungen, lobt etwa Analyst Martin Hüsler von der ZKB. Zwar habe sich die Umsatzentwicklung erwartungsgemäss verlangsamt, die EBIT-Marge habe sich aber «eindrücklich» verbessert.

Allerdings sei der Ausgang des feindlichen Übernahmeversuchs durch Saint-Gobain ein «Unsicherheitsfaktor» für die Prognose, entsprechend bleibt die ZKB bei der Einstufung «Marktgewichten».

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Saint-Gobain sorgt für Unsicherheit

Die Ergebnisse seien leicht über den Erwartungen ausgefallen, kommentiert Patrick Appenzeller von Helvea Baader: So liege die Ebit-Marge nun komfortabel oberhalb des Langfrist-Ziels. Vontobel-Analyst Patrick Rafaisz verweist zudem auf die etwas optimistischere Wortwahl im Ausblick 2015: So erwarte die Gesellschaft bezüglich der Margen nun einen «überdurchschnittlichen Anstieg» der Margen statt nur eine «leichte Verbesserung».

Beide Analysten verweisen ebenfalls auf den ungewissen Ausgang des Übernahmeversuchs und bleiben jeweils beim Rating «Hold».

CS hofft auf Streitbeilegung

Die Halbjahresresultate seien von untergeordneter Bedeutung, meint seinerseits CS-Experte Patrick Laager, der Sika eine «solide Geschäftsentwicklung» im ersten Halbjahr bescheinigt.

Der CS-Analyst hätte sich erhofft, dass sich die feindlichen Parteien von Sika, Saint-Gobain und den Familienaktionären in den letzten Wochen auf einen Kompromiss verständigt hätte. Aber keine Seite habe Konzessionen gemacht und heute sei man weit davon entfernt, dass sich die Parteien entgegenkommen würden, schreibt Laager. Auch er bekräftigt sein «Neutral»-Rating.

(awp/ise)