1. Home
  2. Invest
  3. Das steckt hinter dem Boom der ETFs

Trend
Das steckt hinter dem Boom der ETFs

Entwicklung: Immer mehr Anleger investieren in passive Fonds.   Flickr/CC/Investment Zen

2016 ist viel Geld in Exchange Traded Funds geflossen. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Passive Fonds dürften wegen der zunehmenden Digitalisierung und Regulierung noch populärer werden.

Von Roberto Stefano
am 05.04.2017

Exchange Traded Funds (ETF) sind bei Privatanlegern äusserst beliebt. Kein Wunder: Sie sind einfach zu verstehen und zudem noch günstig. Besonders Letzteres ist angesichts von Tiefst-, wenn nicht gar Negativzinsen ein schlagendes Argument. So wird eine ohnehin schon schwer zu erzielende Rendite nicht übermässig durch hohe Kosten weggefressen.

Die Zahlen aus dem Jahr 2016 bestätigen den Boom eindrücklich. Weltweit sind im vergangenen Jahr 375 Milliarden Dollar Neugeld in Exchange Traded Funds geflossen. Damit wurde der Wert aus dem Vorjahr um fast 8 Prozent getoppt. Alles in allem war 2016 ein Vermögen von 3,4 Billionen Dollar über Indexfonds passiv investiert.

ETF-Anteil noch bescheiden

Im Vergleich zu den 40,36 Billionen Dollar, die Ende 2016 insgesamt in Fonds angelegt waren, ist der ETF-Anteil zwar noch bescheiden. Bemerkenswert ist aber, dass das Segment zulegen konnte, während aktive Anlagevehikel mit Abflüssen zu kämpfen hatten.

Gemäss dem internationalen Finanzdaten-Unternehmen Morningstar war die Verschiebung von Anlagegeldern von aktiv verwalteten Fonds hin zu passiven Vehikeln einer der wichtigsten Trends des vergangenen Jahres, ausgehend von den USA. Dort stieg das ETF-Vermögen um fast 500 Milliarden Dollar, während aktiv verwaltete Fonds einen Abfluss von 204 Milliarden Dollar verzeichneten. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung im Bereich der Aktienfonds.

Digitalisierung stärkt den Trend

An diesem Trend wird sich wohl auch künftig wenig ändern. Neben den attraktiveren Konditionen spielt auch die zunehmende Digitalisierung den passiven Vehikeln in die Hände. Zu denken ist zum Beispiel an die Robo-Advisors, die ihren Kunden je nach Risikoneigung ein Portfolio zusammenstellen. Damit das Angebot möglichst einfach und günstig wird, setzen sie häufig auf ETF. Die zunehmende Beliebtheit solcher Finanzdienstleister dürfte dem Segment weiteren Schub verleihen.

Rückenwind erhält die Branche auch vom Regulator. Mit Mifid II oder in der Schweiz Fidleg – die umfangreichen Transparenzvorschriften vor allem für den Vor- und Nachhandel – steigt der Regulierungsdruck für Vermögensverwalter in Europa. Als Folge davon erwartet die Branche, dass sich ETF aufgrund ihrer klaren und transparenten Strukturierung vermehrt durchsetzen werden.

Der gute Ruf ist entscheidend

Die Aussichten für die Branche sind somit durchaus rosig – solange die passiven Vehikel ihren nach wie vor guten Ruf nicht beschädigen. Denn dies könnte, mit wenig durchschaubaren, «kreativen» Produkten, die gelegentlich lanciert wurden, schnell geschehen.

 

Anzeige