Der Markt rund um Agrarprodukte befindet sich in einer robusten Verfassung, und auch die Kurse der Unternehmen aus der Branche sind stabil, Krise hin oder her. Dazu gehört Syngenta, weltweiter Marktleader in der Sparte Pflanzenschutz und Nummer drei im Bereich kommerzielles Saatgut. Doch die unüblich hohen Wachstumsraten der letzten Jahre ? der Betriebsgewinn wurde innert fünf Jahren um das Dreieinhalbfache gesteigert ? dürften in diesem Jahr nicht erreicht werden.

Negativer Währungseffekt

Ein wichtiger Grund für den erwarteten Wachstumsrückgang ist der stärker werdende Druck auf Verkaufsvolumen und -preise sowie der negative Währungseffekt, wie ZKB-Analyst Martin Schreiber feststellt. Syngenta rechnet in Dollar ab - so drückt folglich der gegenüber dem Greenback schwache Euro-Kurs oder der deutlich aufgewertete brasilianische Real die Umsätze. Aber auch der starke Preisdruck wird in Zukunft in der Agrarbranche vermehrt zu spüren sein. Im 1. Halbjahr dürften die Verkaufspreise zwar noch um 6% höher sein, was leicht steigende Margen zur Folge habe. Im Moment laufen aber schon die Preisverhandlungen für das Jahr 2010, und hier werde der erwähnte Preisdruck voll zum Tragen kommen, so Schreiber weiter. Dies sei vor allem auf Veränderungen in der Landwirtschaft zurückzuführen. Weltweit sparen die Bauern generell mehr, ausserdem seien die Kredite vor allem in den Schwellenländern weniger flüssig als in den Vorjahren.

Umkämpfter Saatgutbereich

Auch im Saatgutbereich werden die Zeiten härter. So gebe es zum Beispiel in Brasilien markant weniger Anbauflächen für Mais, was die Verkaufsmengen drückt. In den USA kontrolliert der amerikanische Konkurrent Monsanto rund 60% des Marktes. Syngenta habe eine gut gefüllte Pipeline im Saatgutbereich, doch der Weltmarktleader Monsanto sei in der Forschung zwei bis drei Jahre voraus, so Schreiber.

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Zweifelsohne sei der Basler Konzern dank seiner Positionierung und Diversifizierung gut abgesichert. Schreiber empfiehlt jedoch aufgrund der sich abzeichnenden Wachstums- und Profitabilitätsschwäche zum «Untergewichten» der Aktie. Diese hat seit Jahresbeginn um 21% zugelegt und notiert bei 853 Fr.