Eigentlich ist in den USA die Zeit reif für einen Börsengang von Biometriefirmen. Doch nimmt man die bisherigen Aktivitäten in diesem Jahr als Massstab, scheinen Anleger dieser Technologie keine grossen Chancen einzuräumen. Zwei Börsengänge – Cross Match Technologies und UPEK – sind wegen «ungünstiger Marktbedingungen» abgesagt worden. «Im Endeffekt geht es immer um die Frage, ob eine neue Technologie sich durchsetzen kann», sagt Kevin Landis, Investmentchef der Fondsgesellschaft First-hand Funds. Während zum Beispiel immer mehr Notebook-Hersteller in den USA Fingerabdrucksensoren in ihre Geräte einbauen, haben sich biometrische Schlösser bei Handys noch nicht durchgesetzt. Anders in Japan, wo Handys zunehmend als mobile «Geldbörsen» genutzt werden. Dort dienen die Fingerabdrucksensoren dazu, die Zahlungsfunktion des Handys zu entsperren. Ob dieser Trend auch in die USA schwappt, ist ungewiss.

AuthenTec-Chef Scott Moody erklärt, dass es in seiner jungen Branche nicht an Wagniskapitalgebern gefehlt habe. Doch nicht allen Firmen sei es gelungen, erfolgreiche Technologien zu entwickeln, die günstig in Produkte integriert werden konnten. «Wer sich diese Branche anguckt, sieht die Kadaver am Strassenrand und will dann natürlich wissen, warum es ihm anders ergehen soll», so Moody. «Wir sprechen also über Investoren, die aus zwei Gründen skeptisch sind: Wegen der früheren Fehlschläge und wegen des aktuell schwierigen Marktumfelds.»