Der Uhrenkonzern Swatch hat mit der chinesischen Geely-Gruppe einen Vertrag zur Nutzung seiner neuartigen Batterien in Autos und Motorrädern unterzeichnet. Für Swatch-Chef Nick Hayek ist das «ein erster Durchbruch für unsere Erfindung». An der Börse gewinnen die Swatch-Papiere am Montag an Wert.

Die Kooperation mit dem chinesischen Autokonzern soll dazu dienen, die Batterien optimal auf den Einsatzzweck abzustimmen. Im kommenden Jahr könnte es zur gemeinsamen Produktion der Batterien in China kommen. Die Batterien, die in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt werden, sollen mindestens 30 Prozent leistungsfähiger sein als herkömmliche Typen und ist bereits durch 20 Patente geschützt.

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Hayek machte bereits Andeutungen

Die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Unternehmen kommt nicht überraschend: Anlässlich der Jahresmedienkonferenz im März hatte Nick Hayek bereits erklärt, das im kommenden Jahr erste Autos mit Belenos-Batterien «in einem Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern und viel Smog» herumfahren würden.

An der Börse gewinnen Swatch am Montag in einem kaum veränderten Gesamtmarkt bis um 09.10 Uhr 1,0 Prozent auf 295,80 Franken dazu, aber auch die Papiere des Branchennachbarn Richemont (+0,9 Prozent auf 59,55 Franken) werden gesucht. Die Absichtserklärung, die Swatch und Geely unterzeichnet haben, sei positiv zu werten, meint Patrik Schwendimann von der ZKB. Sie zeige auf, dass das Batterienprojekt Substanz hat, zudem dürfte die Meldung dürfte das Interesse potenzieller industrieller Partner erst recht auf Belenos leiten.

Noch einige Hürden zu meistern

Auch René Weber von der Bank Vontobel sieht den Deal mit Geely als einen ersten wichtigen Schritt für die neue Batterietechnologie von Belenos in der Automobilindustrie, wo sie bereits im Jahr 2017 in Produktion gehen könnte. Geely ist kein unbedeutender Automobilproduzent. Laut Weber hat der Belenos-Partner im vergangenen Jahr insgesamt rund eine halbe Million Autos verkauft und einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar erzielt.

Allerdings müsse die Technologie bis zur serienreifen Produktion noch einige Hürden nehmen und es sei nach wie vor unklar, ob sich diese Batterien durchsetzen, gibt der ZKB-Analyst zu bedenken. Das Batterienprojekt sei aktuell noch als Gratisoption für den Investor zu sehen, deren Wert in den nächsten zwei Jahren auf einige Prozentpunkte der Börsenkapitalisierung ansteigen könnte.

(awp/mbü/ama)