China-Aktien? Das ist eine Glaubensfrage. An Chinas Börsen gibt es immer wieder Boom und Übertreibung mit folgendem Crash und chinesische Aktien mit Firmensitz an westlichen Börsenplätzen fallen oft negativ auf mit geplatzten Akquisitionen oder unpünktlich publizierten Geschäftszahlen. Derzeit sind insbesondere die China-Firmen mit Sitz in Deutschland wenig gefragt bei Anlegern und ihre Kurse im Keller.

Aber dafür gibt es teils unglaublich günstige Titel. Decheng Technology AG dürfte einer der günstigsten sein. Das Unternehme mit Sitz in Köln produziert über eine hundertprozentige chinesische Tochter Polyurethanharze und Additive in China. Diese Erzeugnisse werden unter anderem in der Leder- und Textilindustrie zur Produktveredelung verwendet. Sie kommen beispielsweise bei wasserdichter Bekleidung, schnelltrocknenden Textilien, Zelten und Rucksäcken oder Ledersofas und Lederbekleidung zum Einsatz. Beliefert werden Kunden in China.

Starkes Wachstum und gute Perspektiven

Die Geschäfte laufen rund. Im vergangenen Jahr steigerte der Chemiespezialist seinen Umsatz um 8,6 Prozent auf 75,8 Millionen Euro und schaffte bei einer operativen Marge von rund 30 Prozent ein Ergebnis – bezogen auf die aktuelle Aktienzahl – von 0,60 Euro je Anteil. Und in diesem Jahr dürfte das Ergebnis ähnlich hoch ausfallen und ein 2er-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bringen. Denn im ersten Halbjahr erzielte  Decheng bereits ein Umsatzplus von 14,6 Prozent und einen Gewinn von geschätzt rund 0,25 Euro je Aktie.

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Die Perspektiven sind vielversprechend. Das US-Beratungshaus Frost & Sullivan erwartet bis 2020 in China ein Wachstum bei faserbeschichteten Textilien und Leder von 6,5 und 7,7 Prozent im Jahr. Zudem erweitert Decheng die Produktpalette. Seit Anfang des Jahres bietet das Unternehmen auch magnetisches Absorptionsmaterial beispielsweise für Smartphone oder Tablet. Daneben gibt es Gespräche mit neuen Kunden und Branchen wie erst vor einigen Wochen mit einem chinesischen Nahrungsmittelhersteller über eine Kooperation bei Verpackungen.

30 Prozent Discount zum Cashbestand und hohe Dividenden

Ist schon das 2er-KGV extrem günstig, so hebt sich Decheng von vielen anderen China-Aktien mit seiner hohen Dividende ab. Für 2016 gab es eine Zahlung von 0,10 Euro je Aktie und für 2017 ist mit einer ähnlichen Ausschüttung zu rechnen. Damit aber nicht genug. Wäre schon das tiefe KGV und eine Dividendenrendite im Bereich von 10 Prozent ein klares Kaufargument, so spricht auch noch die hohe Cashposition bei Decheng für die Aktie.

Per Ende Juni wies das Unternehmen bei einer hohen Eigenkapitalquote von 75,9 Prozent einen Bestand an Kasse und Bankguthaben von 47,4 Millionen Euro aus. China-Makel hin oder her: Mit 1,54 Euro Cash ist die Aktie spottbillig.

Decheng Technology AG
ISIN: DE000A1YDDM9
Gewinn je Aktie 2018e: 0,55 €
KGV 2018e: 1,8
Dividende 2017e: 0,10 €/10,0%
EK je Aktie: 1,53 €
EK-Quote: 75,9%
KBV: 0,7 
Kurs/Ziel/Stopp: 1,0/2,0/0,70 €

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).

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