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IPO
Delivery Hero: Berliner Startup wird zum Einhorn

Börse Frankfurt: Bullen-Parkett für ein Einhorn. Keystone

Das Berliner Unternehmen Delivery Hero will auf das Frankfurter Börsenparkett. Der Börsengang erhebt die Firma in den illustren Kreis der milliardenschweren Startups.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero kratzt mit dem bislang grössten Börsengang des Jahres in Deutschland an der Milliardenschwelle. Das Berliner Unternehmen («Pizza.de», «Lieferheld», «Foodora») legte die Preisspanne am Montag auf 22 bis 25,50 Euro fest. Die Neuemission soll bis zu 996 Millionen Euro bringen.

Die vor sechs Jahren gegründete Firma, die immer noch Verluste schreibt, wird am oberen Ende der Spanne mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen ist unter anderem an der Bieler Foodarena beteiligt.

Geld für Rocket Internet

Gelingt der für den 30. Juni geplante Börsengang, könnte der Startup-Investor Rocket Internet erstmals seit Zalando eine Beteiligung aus seinem Portfolio über die Börse zu Geld machen. Rocket, mit 35 Prozent der grösste Anteilseigner von Delivery Hero, winken bis zu 264 Millionen Euro. Die Rocket-Aktie legte zwei Prozent zu.

Bis zu 39,04 Millionen Delivery-Hero-Aktien können von Dienstag an bis zum 28. Juni gezeichnet werden, zwei Tage später ist die Erstnotiz an der Frankfurter Börse geplant. Knapp 23 Prozent wären dann im Streubesitz. Delivery Hero selbst fliessen maximal 483 Millionen Euro zu.

Investment ins Marketing

«Der geplante Börsengang ist ein wichtiger und aufregender nächster Schritt für uns», sagte Firmengründer und -Chef Niklas Östberg. «Wir wollen unsere weltweite Führungsposition im Markt für Online-Essensbestellungen und -lieferungen weiter ausbauen.» Mit dem frischen Geld soll laut Insidern unter anderem der Marketing-Etat nach oben geschraubt werden.

Die Konkurrenten Takeaway.com («Lieferando») aus den Niederlanden, Just Eat aus Grossbritannien und GrubHub aus den USA sind bereits an der Börse notiert. Die beiden letzteren schreiben anders als Delivery Hero auch schwarze Zahlen. Der Börsenkandidat wies für 2016 einen Umsatz von 297 (2015: 166) Millionen Euro und einen Verlust von 195 (253) Millionen Euro aus. Das Unternehmen kassiert von jeder Bestellung rund zehn Prozent Provision. Etwas mehr ist es, wenn Delivery Hero sie auch ausliefert. JustEat und GrubHub nehmen rund 15 Prozent.

(sda/ise)

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