Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und damit die Preise für diese Güter steigen stetig auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien. Die Golfstaaten suchen deshalb in verschiedenen Entwicklungsländern, darunter Sudan und Pakistan, nach Investmentmöglichkeiten in der Landwirtschaft. Die Regierungen dieser Länder ebenso wie jene im rasch wachsenden asiatischen Raum umwerben Nationen mit vielversprechenden, aber nicht ausgeschöpften landwirtschaftlichen Perspektiven.

Wer bringt wem Vorteile

Arabische Offizielle betonen, dass die betreffenden Länder vom Verkauf bisher kaum genutzter landwirtschaftlicher Flächen profitieren werden, dort neue Jobs entstehen und effizientere Technologien eingeführt werden. Kritiker warnen dagegen, ein ausländisches Investment bringe der ansässigen Bevölkerung, die ebenfalls unter dem Nahrungsmittelengpass leidet, keine Vorteile. Im Sudan etwa werden derzeit 5,6 Mio Menschen durch das UN-World-Food-Programm versorgt.

Rashid Ahmad bin Fand, Umwelt- und Wasserminister der VAE, sagte, sein Land wolle Verträge mit dem Sudan, Ägypten und Pakistan abschliessen. Noch sei nichts unterschriftsreif, aber Ziel sei, «die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern und nicht von Marktschwankungen abhängig zu sein».

Ein Regierungsvertreter Saudi-Arabiens erzählte der Nachrichtenagentur Zawya Dow Jones, Riad plane einen neuen Investmentfonds, der Anbauflächen in anderen Ländern kaufen solle. Abdullah al-Shoaibi, leitender Manager beim Saudi Fund for Development, wollte zur Höhe des Investments keine Angaben machen. Während noch gar nicht klar ist, welche Regierungsbehörde den Fonds überhaupt managen wird, sagte al-Shoaibi, der neue Fonds werde vor allem auf den Sudan zielen, könnte aber auch Land in der Türkei und Pakistan erwerben. Anfangs sei der Hauptzweck des Fonds, die Versorgung des saudi-arabischen Markts mit Weizen und Reis zu sichern.

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Petromilliarden im Vorteil

Der Saudi Fund for Development ist eine staatliche Institution, die Kredite an die Entwicklungsländer vergibt. In den vergangenen 30 Jahren sind ihm gut 27 Mrd saudische Rial (7,2 Mrd Dollar) zugeflossen, von denen 7 Mrd Rial in landwirtschaftliche Projekte gesteckt wurden, berichtet al-Shoaibi. Die VAE und Saudi-Arabien, boomende Wirtschaftsnationen mit grossen Ölvorkommen, importieren nach Angaben des Common Fund for Commodities, einer Unterorganisation der UN, den Grossteil ihrer Grundnahrungsmittel. Beide Länder sind stark von den steigenden Lebensmittelpreisen betroffen. 2007 importierte Saudi-Arabien Nahrungsmittel im Wert von 6 Mrd Dollar. Die VAE importieren nach Angaben von bin Fand jährlich Lebensmittel für 4 Mrd Dollar.