Wer im Frühjahr und im Juli in den USA reiste oder einkaufte, konnte besonders günstig auf Shoppingtour gehen. Der Franken-Dollar-Kurs lag praktisch bei pari.

Seither ist die US-Währung gegenüber dem Franken um 13% gestiegen und steht praktisch auf dem Stand zu Jahresbeginn. Etwas anders liegen die Verhältnisse beim global wichtigsten Währungspaar, dem Dollar-Euro-Kurs. Zwischen Januar und April gewann der Euro 10%, seit Juli verliert der Euro dagegen wieder kontinuierlich an Boden. Inzwischen steht die Europäische Gemeinschaftswährung 3% unter Jahresbeginn. Die nervösen Ausschläge der letzten Tage erfolgten auf dem Hintergrund der Ungewissheit um das Rettungspaket für den angeschlagenen US-Immobilienmarkt.

Unterbewertung des Dollar

Die Währungsanalysten der ING stellen die Erholung des Dollar in einen grösseren Kontext. In den letzten sieben Jahren befand sich der Dollar gegenüber dem Euro in einer grossen Abwärtsbewegung, die zu einer deutlichen Unterbewertung geführt hat. Auch wenn die vorauslaufenden Indikatoren auf eine weitere Verschlechterung der US-Konjunktur hindeuten, dürfte die Schwäche laut den Analysten noch andauern, bis sich die Anzeichen für einen neuen Aufschwung verdichten.

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«Gegenwärtig kommen mehr und mehr Hinweise, dass die USA in die nächste Phase wechseln, die wir als Erholung ansehen», schreibt ING-Analyst Tom Levinson. Allerdings dürften das Rettungspaket sowie mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank die nächsten Monate stärker wirken als die Vorwegnahme eines neuerlichen Aufschwungs.

Allerdings kontrastiert diese Entwicklung zeitlich mit der in Europa, wo der Abschwung laut den Analysten der ING erst eingesetzt hat und die Politik zögerlich auf die Herausforderungen der Finanzkrise antwortet. Eine solche Phasenverschiebung – absehbare Bodenbildung und Erholung in den USA, Abschwächung in Europa – bildet den Rahmen für zeitliche Abschnitte, bei denen es in der Vergangenheit zu den stärksten Kursgewinnen des Dollar gegenüber dem Euro kam. Auf das Währungspaar Dollar und Euro sind 140 Hebel- und ein Dutzend strukturierte Produkte erhältlich. Calls und Puts eignen sich nur für risikofähige Anleger. Der Long-Mini-Future XXLFA sowie die Puts DB03F5, EURUS und DB03F7 sahen in den letzten Tagen besonders hohe Volumen. Der Preistracker JPCHA zeichnet die Preisveränderungen mit.

Hebel und Kapitalschutz

Ein besonderes Augenmerk verdient das knappe Dutzend Kapitalschutzprodukte auf dieses Währungspaar. Die von EFG, Goldman, Vontobel, JP Morgan oder der UBS begebenen Produkte eignen sich dann zum Kauf, wenn der Ausübungspreis wie bei TOUCH unter dem aktuellen Kurs liegt. Hier gilt es auch, den Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, zu beachten. Angemessen ist alles, was unter 1,5% liegt, aber bei USDAC waren aktuell 5% gestellt worden.

Anleger, die sich mit dem Währungspaar Dollar-Franken wohler fühlen, sollten immer auch die Funktion des Franken als «sicherer Hafen» in ihr Kalkül einbeziehen. Die Auswahl an Hebel- und strukturierten Produkten ist etwa gleich umfangreich wie beim Dollar-Euro-Gespann. Bei den Kapitalschutzprodukten war in den letzten Tagen ZKB885 gefragt. Der Coupon liegt zwischen 1,6 und 4,5%, die Laufzeit endet im Mai 2013.