Der Eurokurs ist am Pfingstwochenende weiter auf dem Rückzug. Die europäische Währung ist am Montagvormittag bis auf 1,0343 Franken zurückgefallen berührte ein Tief von 1,0343 Franken. Das ist so tief, wie seit dem 8. Mai nicht mehr. Am Abend notiert das Euro-Franken-Paar mit 1,0381 leicht über dem Tagestief.

Händlern zufolge litt der Euro unter Aussagen des griechischen Innenministers vom Sonntag. Nikos Voutsis hatte gesagt, Athen werde fällige Schuldenzahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten, wenn es zuvor keine Lösung mit den Gläubigern gebe.

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Griechenland und Spanien belasten

Zusätzlich belastet worden sei die Stimmung durch das Ergebnis der spanischen Regionalwahlen. Hier hatte es am Sonntag einen scharfen Linksruck gegeben. Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy erlitt bei Regional- und Kommunalwahlen drastische Stimmeinbussen. Die neue Linkspartei Podemos ("Wir können") errang überraschende Erfolge in den Millionenstädten Madrid und Barcelona. Die Partei ist gegen die Sparpolitik der Rajoy-Regierung und versteht sich als eine Schwesterpartei des Linksbündnisses Syriza des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Das Handelsvolumen ist Marktteilnehmern zufolge allerdings gering, am Pfingstmontag bleiben viele europäische Wertpapierbörsen geschlossen. So wird in Frankfurt, London, Zürich und Wien erst wieder am Dienstag gehandelt. Auch in den USA bleibt die Wall Street geschlossen, hier wird der Memorial Day begangen.

Gegenbewegung des «Greenback»

Zum US-Dollar ist der Euro wieder unter die Marke von 1,10 gefallen; im Tief wurden 1,0959 erreicht. Zum Vergleich: Zu Beginn der vergangenen Woche hatte die Gemeinschaftswährung noch mehr als 1,14 US-Dollar gekostet. Das Franken-Dollar-Paar schliesslich liegt mit 0,9428 wieder leicht unter den am Freitagabend erreichten 0,9444.

Inflationsdaten aus den USA und Aussagen der Notenbank-Chefin Janet Yellen hatten dem US-Dollar am Freitag Auftrieb verliehen und den Startschuss zu einer Gegenbewegung des «Greenback» eingeleitet. Yellen hatte in einer Rede erneut bekräftigt, dass ein erster Zinsschritt in diesem Jahr wohl angemessen sei. Experten rätseln seit Monaten, wann die Fed mit Zinsanhebungen beginnt.

Druck auf die Fed nimmt zu

Eines ist derweil klar: Die Fed kann nicht ewig warten, bevor sie die Zinsen anhebt. Zwar sind die US-Konsumentenpreise im April den zweiten Monat in Folge unter ihrem Vorjahresniveau gelegen, dies lag allerdings allerdings vor allem am Ölpreisverfall seit Mitte 2014. Hingegen ist die Kerninflationsrate, diese klammert diese Komponente aus, mit plus 1,8 Prozent stärker gestiegen als erwartet. Und auch die Reallöhne ziehen in den USA langsam wieder an.

(sda/awp/moh)