Der Sun-Blocker wirkt: Die Aktien von Sun Microsystems, noch gut unterwegs im Jahr 2006, haben ihre Talfahrt beschleunigt.

Gleich 20% an Wert verloren die Papiere nun nach den 4.-Quartals-Zahlen der Konzern musste anstelle eines Gewinns von 18 Cent pro Aktie einen Verlust von 4 Cent vermelden. Vor einem Jahr hatte der Computerkonzern noch 67 Mrd Dollar, also 7 Cent Gewinn pro Aktie, erwirtschaftet.

Lieferant für Schweizer Banken

Sun-CEO Jonathan Schwartz erklärte die Schwäche mit dem Sparkurs von kleineren US-Firmen. Dagegen sieht er keine Ausgabenkürzungen aus dem Finanzsektor, wo Sun ein wichtiger Lieferant für Grosscomputer ist, über die auch viele schweizerische Banken ihre Zahlungsströme abwickeln.

Das folgende Geschäftsjahr soll jetzt noch eine operative Marge von 7% bringen, gegenüber dem alten Ziel von 9%. Die Analysten von Pacific Crest führen die Probleme von Sun auf die veraltete Produktepalette sowie die nachlassende Nachfrage zurück. Sun ist damit weiterhin kein Kauf. Die Aktien anderer Computerkonzerne sind da attraktiver.

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HP beispielsweise hat mit 66% lediglich einen etwas grösseren Umsatzanteil ausserhalb der USA als Sun, hatte aber beim letzten Ergebnis die Erwartungen dank vieler kleiner operativer Verbesserungen glatt übertroffen. Zudem positioniert sich HP auch auf der Forschungsseite stärker ? bisher eine Domäne von Sun. HP wird am 15. Mai nach Börsenschluss über das abgeschlossene Quartal berichten. Die Erwartungen der Analysten liegen nunmehr zwischen 82 und 88 Cent Gewinn pro Aktie und einem Umsatz von knapp 28 Mrd Dollar.

Dell bleibt dagegen eine Turnaround-Story, trotz der Gewinnsteigerung um 14% und einer Umsatzsteigerung um 6,5% im letzten Geschäftsjahr. Die strategischen Massnahmen (Bereinigung der Produktepalette, Verkauf auch über Retailer anstelle des ausschliesslichen Direktverkaufs, kleinere Akquisitionen) greifen indes noch nicht richtig, um das US-lastige Unternehmen mit hohem Firmenkundenanteil auf Wachstumskurs zurückzuführen. Immerhin: Die Dell-Aktie ist gegenwärtig günstiger bewertet als die der Konkurrenten HP oder IBM, aber teurer als etwa jene des Distributors Ingram Micro.

 

 


Schleppende Absätze in den USA setzen den Software-Entwicklern zu ? Oracle schlägt sich am besten

Trotz eines Lizenzumsatzplus von 15% auf 1,74 Mio Euro zeigten sich Anleger und Analysten vom Software-Konzern SAP enttäuscht ? sie hatten mit 20% gerechnet. Auch beim Gewinn verfehlte SAP das bereits korrigierte Ziel der Analysten mit 242 Mio Euro um 50 Mio Euro. Vor einem Jahr hatte der Gewinn bei 310 Mio Euro gelegen.

Grund waren die nachlassenden Verkäufe an Grosskunden auf dem wichtigen US-Markt sowie die dort bestehenden ungünstigen Währungsverhältnisse. Hinzu kommen die Kosten für die Übernahme von Business Objects. Schliesslich lassen sich die Verkäufe der Produkte für mittelgrosse Kunden mit der eigens entwickelten Miet-Software Business by Design nicht so gut an wie erhofft. Immerhin beliess die Führung die Umsatzwachstumsprognose bei 14% und setzte das Margenziel mit 28% leicht höher. Die SAP-Aktie fiel nach dem Ergebnis um 5% und erholte sich kaum. Konkurrent Oracle, der im Juni berichten wird, hatte bereits im letzten Quartal über schleppende Verkäufe in den USA berichtet. Die Analysten hielten sich indessen mit negativen Kommentaren zurück und wiesen darauf hin, dass Oracle breiter abgestützt ist als viele andere Unternehmen.

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Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 23 ist Oracle teurer bewertet als SAP (20) oder Microsft (17), bleibt aber trotzdem Liebling der Analysten ? wenn denn die Zahlen, die im Juni anstehen, stimmen.