DERIVATE . Wer heute von Dubai spricht, denkt oft an Superlative. Mit dem Burj al Arab zählt eines der grössten und luxuriösesten Hotels der Welt zur Skyline des Emirates, einige Kilometer landeinwärts steht das im Bau befindliche höchste Gebäude der Welt. Die künstlichen Inseln, die in Palmen- oder Erdform angelegt sind, gehören zu den grössten Baustellen der Erde, die künstliche Skipiste beim grössten Einkaufszentrum ist – wenig überraschend – die grösste weit und breit, und der neue Flughafen nimmt es von der Passagierkapazität mit den grössten europäischen Einrichtungen auf.

Seit Januar 30 Prozent zugelegt

Auch an der lokalen Börse werden laufend neue Rekordhöhen gemeldet. Der Dubai Financial Market General Index ist in diesem Jahr laut den Analysten der Kuwaiter Investment-Research-Boutique Global Investment House um 30% gestiegen und damit weit mehr als die Indizes an den westlichen Handelsplätzen. Allerdings stagnierten die Kurse bis Ende September, erst dann setzte der Index zu seinem Höhenflug an.

Der Taucher Ende Februar nach den Kursverlusten in Schanghai sowie die kleine Korrektur im August zeigen, dass sich der lokale Aktienmarkt nicht von den weltweiten Entwicklungen abkoppeln kann. Zudem dürfte auch die lokale Wirtschaft die Auswirkungen einer Abkühlung der Wirtschaft in den USA und Europa zu spüren bekommen, wie Stephen Roach, Chef des Asiengeschäftes von Merrill Lynch, und Eric Vergnaud, Chef des makroökonomischen Research für den OECD-Raum bei BNP Paribas, an der DIFC-Week-Konferenz in Dubai ausgeführt haben. Vorderhand dominiert aber Optimismus, wie der Erfolg des Börsengangs von DB World vorletzte Woche gezeigt hat. DB World wurde zum grössten IPO des ganzen Mittleren Ostens.

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Am stärksten war der Kursanstieg in diesem Jahr bei Anlagefirmen (plus 75%), Versorgern (plus 46%) und Banken (plus 29%).

Vor allem die Deutsche Bank pflegt eine kleine Produktepalette mit Aktien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, sie wird auch regelmässig erneuert, wenn wie jetzt, einige Calls verfallen. Mit Dubai Investments und Amlak Finance sind attraktive Investmentfirmen als Basiswerte vertreten, mit Dana Gas ein dominanter Versorger, und Emaar Properties ist ein in Dubai unübersehbarer Immobilienkoloss, dessen Aktien nicht gelitten haben, als man ein 11-Mrd-Dollar-Projekt in Saudiarabien aufs Eis legte, weil die Bewilligungen nicht innert nützlicher Zeit erbracht werden konnten.

Für aggressive Anleger

Auf Emaar Properties sind gegenwärtig vier Calls der Deutschen Bank ausstehend, zwei laufen im März aus, zwei mit ähnlichen Ausübungspreisen im Juni. Ein Discount-Zertifikat verfällt jetzt, eines in einem halben Jahr. Das Gleiche gilt auch für Arab Technical, Dana Gas, Dubai Investments und National General Cooling – Calls für aggressive Anleger und Discount-Produkte bei einigen Aktien für konservative Anleger ergänzen sich gut. Auf die Aktie von Dubai Financial Markets sind gleich vier Calls ausstehend, zwei laufen im März, zwei im Juni aus. Die beiden Calls auf Amlak Finance laufen im Dezember aus, von den zwei Discount-Zertifikaten verfällt eines erst im nächsten Juni. Auf die Emaar-Aktie hat auch ABN Amro mit dem Mini-Future EMARE ein Hebelprodukt begeben.

Merrill Lynch führt die drei Index-Tracker MLDEU, MLDUB und MLDCH im Portfolio, mit diesen Trackern ohne Verfall können Anleger den Gesamtmarkt «kaufen». Einen Basket auf ausgewählte Aktien aus Dubai bietet auch die Deutsche Bank an (DB5281). Diese Index-Produkte sind weitaus diversifizierter als Calls auf Einzelaktien und damit auch konservativer, zudem verfallen sie auch nicht wertlos, falls die Börse eine längere Korrekturphase durchläuft.