Petroplus betreibt in Europa fünf Raffinerien, zwei weitere sollen von Shell im 3. Quartal hinzukommen. Damit müssen künftige Ergebnisse genauso von Akquisitionen bereinigt werden wie der jetzige Quartalsausweis. So wurde zwar ein neues Umsatzhöchst von 5,42 Mrd Dollar erreicht, aber sowohl der Reingewinn von 70,7 Mio Dollar als auch der um Einmalfaktoren bereinigte Gewinn vor Steuern und Abschreibungen auf Stufe Ebitda von 168 Mio Dollar lagen mit 31 bzw. 47% unter den Vergleichswerten des 4. Quartals 2007. Dieses war wegen eines Feuers in der wichtigsten Raffinerie negativ beeinflusst worden.

Jetzt macht Petroplus zu schaffen, dass die Verkaufspreise der Endprodukte weniger rasch steigen als die des Rohöls. Hinzu kommen unvorhergesehene Reparatur- und Wartungskosten für die Anlagen und ungünstige Wechselkursrelationen.

Laut den Analysten der Credit Suisse wären Rohölpreise unter 70 Dollar pro Barrel erforderlich, um Petroplus den Weg zurück zu höheren Margen zu ebnen. Auch nur so liesse sich die ursprüngliche Ebitda-Vorgabe des Managements erreichen. Für dieses Jahr erwarten die Analysten der Credit Suisse einen um 69% auf 2.12 Dollar reduzierten Gewinn pro Aktie, für 2009 kürzen sie ihr Ziel um 67% auf 2.61 Dollar. Auf der Basis abdiskontierter Gewinne errechnen sie ein Kursziel von 49 Dollar, entsprechend 50 Fr. und gut 16% unter den aktuellen Notierungen und empfehlen die Aktie zum Verkauf.

Reduzierte Gewinnerwartung

Mit 5.54 Dollar Gewinn pro Aktie (um Einmalfaktoren bereinigt) sind die Erwartungen der Analysten von Merrill Lynch zwar höher, aber auch sie reduzieren ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr um 14%. Die Folgerung deckt sich mit den Kollegen bei der Credit Suisse: Die Bewertung ist im aktuellen Umfeld unattraktiv, und es ist nichts in Sicht, was die 10%-Bewertungslücke zu den Konkurrenten schliessen könnte.

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