Geld ist billig, und die Märkte laufen wieder. Aber in der Private-Equity-Branche herrscht immer noch Katzenjammer. Das Volumen fremdfinanzierter Übernahmen fiel laut Datenanbieter Dealogic von fast 200 Mrd Dollar im 2. Quartal 2007 auf 5 Mrd zwei Jahre später. Die Möglichkeiten, Gewinne durch den Verkauf eines Unternehmens zu realisieren, sind dramatisch zurückgegangen.

Fonds sitzen auf zig Milliarden

Buyout-Fonds griffen zwischen 2004 und 2007 jährlich im Durchschnitt auf Mittel in Höhe von 119 Mrd Dollar zu, zahlten aber laut Datenanbieter Preqin 131 Mrd Dollar im Jahr aus früheren Investments zurück. 2008 und 2009 fielen die jährlichen Zuflüsse leicht auf 112 Mrd Dollar, die Ausschüttungen brachen jedoch auf 44 Mrd Dollar ein. Gesunkenes Vertrauen in Fonds, die in Zukunft aufgelegt werden, sind das Resultat.

Auf einer halben Billion Dollar verfügbaren Kapitals sitzen die Buyout-Fonds aktuell. Das Geld ist Investment- oder zeitgebunden, die Anleger können es deshalb nicht einfach abziehen. Diese Summe fehlt den Anlegern für künftige Investments.

Die Bemühungen Washingtons, die Wirtschaft anzukurbeln, haben gefruchtet. Die Übernahmen und Fusionen zogen an, der Markt für Börsengänge hat sich leicht erholt. Doch Steuererhöhungen, die Private-Equity-Partner auf Gewinne zahlen müssen, könnte das Verlangen der Anleger schüren, aus vereinbarten Investments auszusteigen. Trotzdem erlebt die Fremdfinanzierung ein Comeback.

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Fallende Zinsen halfen den USA aus der letzten Rezession und bereiteten 2002 und 2003 den Weg für gesunde Gewinne der Private-Equity-Fonds. Dieses Mal sehen viele die laxe Geldmarktpolitik als das an, was sie ist: Eine Notfallmassnahme für eine gefährlich überschuldete Wirtschaft. Das hat zwar auch Risikoassets nach oben getrieben. Doch das muss nicht nachhaltig sein.

Die schnelle Erholung hat auch die Preise der Buyout-Ziele getrieben. Schnäppchen sind rar. Und anders als 2002 gibt es auch viel mehr Konkurrenzkampf. Die Branche muss Anleger erst überzeugen, dass ein Jahr mit guten Gewinnen vor uns liegt. Noch sieht es so aus, als würde es ein weiteres schweres Jahr für Buyout-Fonds werden.