Aktionäre, welche Papiere der Basler Spezialchemiefirma Clariant halten, reiben sich momentan verwundert die Augen: Seit Veröffentlichung der Zahlen für das 1. Quartal am 30. April legte die Aktie um rund 20% auf zuletzt rund 12 Fr. zu. Zum Vergleich: Vor gut einem Monat verzeichnete der Titel bei der Marke von knapp über 7 Fr. den bisherigen Tiefststand seit 1998.

Branchenanalysten sind aber skeptisch, was die Nachhaltigkeit dieser Kurshausse angeht. So müsse Clariant beispielsweise erst noch unter Beweis stellen, dass Preiserhöhungen auch weiterhin erfolgreich umgesetzt werden können. Der Broker Helvea hält deshalb am Preisziel von 10 Fr. fest. Die Bank Vontobel hingegen ist nun etwas optimistischer und erhöhte den Zielkurs für die Clariant-Aktie von 10.50 Fr. auf 13 Fr.

Ciba-Aktie auf Allzeit-Tief

Ein allfälliger Einstieg in Clariant (oder auch in Konkurrentin Ciba) ist jedoch momentan kaum zu empfehlen – höchstens denjenigen, die auf eine Prämie aufgrund einer Fusion oder Übernahme spekulieren. Denn nicht zuletzt die überraschend schwachen Erstquartalszahlen von Ciba (29. April) zeigten, dass die grundsätzliche Situation beider Spezialchemiefirmen immer noch schwierig ist. Kein Wunder, sank der Ciba-Aktienkurs als Reaktion auf den neuen Tiefststand von knapp über 31 Fr. Ciba und Clariant versuchen zwar, mit Restrukturierungsprogrammen die Margen zu steigern. Der hohe Ölpreis und der schwache Dollar machen ihnen aber einen Strich durch die Rechnung.

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